AKTUELLES UPDATE

14. - 20. August 2021

Landvergnügen in Deutschland

Hof Spielbrink / Erdbeeren, Spargel und frische Eier
Hof Spielbrink / Erdbeeren, Spargel und frische Eier

Wir waren schon so lange nicht mehr unterwegs, dass ich gar nicht weiß, wie ich anfangen soll...

 

Unsere geplante Reise ins Baltikum fällt aus privaten Gründen leider ins Wasser – und so beschließen wir, auf den „Landvergnügen-Stellplatzführer“ zurück zu greifen und ein paar schöne Tage in Deutschland zu verbringen.

Die Jahresvignette ermöglicht es uns, für jeweils 24 Stunden, bei über 1000 landwirtschaftlichen Produzenten in ganz Deutschland in ruhiger und naturnaher Atmosphäre zu stehen und die ländliche Gastfreundschaft zu genießen.

 

Als wir Gino im Juni beim Züchter in Rheda-Wiedenbrück abgeholt haben, sind wir bereits in den Genuss dieser tollen Idee gekommen, haben auf einem Biohof neben dem Hühnerauslauf gestanden und frisch gepflückte Erdbeeren und Spargel gekauft. 

Hohe Heide in Rheine
Hohe Heide in Rheine

Auf dem riesigen Wiesenparkplatz des Restaurants Hohe Heide in Rheine standen wir mit 2 weiteren Reisemobilen. Zu einem anderen Zeitpunkt hätten wir hier sogar eine Alpaka-Wanderung machen können... So haben wie die Tiere nur in ihrem Gehege besucht...

Den Privatplatz der Käserei Dennemann am Baggersee konnten wir mit unseren Freunden alleine nutzen, vom Steg aus den Sonnenuntergang genießen und am nächsten Morgen unter schattenspendenden Bäumen frühstücken und uns für die Radtour durchs Münsterland stärken.

 

 

In Horperath wurden wir direkt auf die Ziegenweide geschickt – Streicheln erlaubt, aber bitte nicht an die Hörner greifen ;-)

Wiechumer See
Wiechumer See

Dieses Mal haben wir zwischen zwei Auswärtsterminen 1 Woche Zeit und landen – erstmals für längere Zeit mit Gino – wieder im Münsterland, treffen unsere Freunde in Heek, am Wiechumer See, sehen zu, wie unser Hund zur Wasserratte mutiert und fahren mit dem Fahrrad in die Niederlande – Lakritz kaufen. 

Haarmühle - Alstätte
Haarmühle - Alstätte

Unseren nächsten Landvergnügen-Stellplatz, die Haarmühle bei Alstätte, erkunden wir ebenfalls auf dieser Tour, erholen uns im großen Biergarten bei Kaffee und Kuchen und kommen am Abend mit den Wohnmobilen zurück.

 

Ein sehr gepflegter Platz in Nähe der Aa erwartet uns, umgeben von Wald und der Moor- und Heidelandschaft direkt an der niederländischen Grenze, die wir in diesen Tagen mehrmals überschreiten. 

Buursemeertje
Buursemeertje

Radfahren in den Niederlanden ist unübertroffen: Ein fantastisch ausgebautes Radwegenetz und breite Wald- und Feldwege machen es sehr einfach, mit Hundeanhänger zu fahren.

 

 

Unsere nächste Radtour um Haaksbergen herum ist ebenfalls knapp 50km lang, aber Gino verhält sich – meistens – vorbildlich, knabbert an seinem Knochen oder schaut sich interessiert die Gegend an. Zwischendurch darf er sich „die Beine vertreten“ oder im Wasser planschen. 

Schüttorf
Schüttorf

Nach einer Zwischenübernachtung auf dem großen Parkplatz an der Vechte in Schüttorf zieht es uns weiter nach Lingen – größte Stadt im Emsland.

 

Wahrzeichen der Stadt ist das historische Rathaus von 1663 mit seinem Treppengiebel. Die Bonifatiuskirche, ältestes Gebäude der Stadt, ist leider nicht nur von außen eingerüstet, so dass wir nach einem kurzen Rundgang durch die Altstadt zu unserem nächsten Landvergnügen-Stellplatz weiterfahren.

Lingen

Middendorf - Linderkamps's Hof
Middendorf - Linderkamps's Hof

Auf Linderskamp's Hof in Middendorf werden wir auf die große Wiese geleitet -

und hoffen, dass Wolfgang wieder runterkommt...

Hier bekommen wir unseren Gastgeber erst am nächsten Tag bei der Abfahrt zu Gesicht – es gibt viel zu tun im Münsterland. Momentan fahren die Bauern bis in die späten Abendstunden um alles unter Dach und Fach zu bringen.

 

 

Lippramsdorf
Lippramsdorf

Am Bauernhofcafé der Familie Arentz in Lippramsdorf bekommen wir – wieder einmal – den Platz vor dem Hühnerauslauf zugewiesen und werden herzlich begrüßt. Der Verkaufsladen ist gut bestückt: Von Fleisch- und Wurstwaren über Gemüse und Salat bekommt man hier Öle, Balsamessig und diverse Senfsorten, Münsterländer Schwarzbrot, Eier und neue Kartoffeln. Wir decken uns ein und schaffen es am Nachmittag zwischen den einzelnen Regenschauern einen Spaziergang zu machen.

Der nächste Tag ist deutlich besser, und bevor Angelika und Wolfgang wieder nach Hause fahren, schaffen wir es noch eine schöne Radtour entlang des Wesel-Datteln-Kanals und um den Halterner Stausee zu machen.

 

 

Miermann's Scheune in Kirchhellen
Miermann's Scheune in Kirchhellen

Wir müssen ebenfalls die Heimreise antreten, können aber noch einen Zwischenstopp auf Miermann's Hof in Kirchhellen einlegen und den einen warmen und sonnigen Tag des „Turbosommers 2021“ genießen. 

 

Unser Fazit für diese Woche:

Die Landvergnügen Jahresvignette lohnt sich auf jeden Fall. 

Man findet immer einen ruhigen Platz mit maximal 3 Wohnmobilen, kann regionale Produkte beim Erzeuger kaufen - und lernt viele nette Menschen kennen !


02. - 18. September 2021

Emsland, Friesland, Münsterland und Neandertal...

Private Termine binden uns für einige Tage im Raum Mettmann.

Da die Dauer nicht abzuschätzen ist, machen wir das Beste daraus, rüsten TIO und suchen schon auf dem Hinweg ein schönes Plätzchen zum Übernachten.

 

Zwischen Hochdahl und Mettmann finden wir den Wanderparkplatz Diepensiepen, der eine ruhige Nacht verspricht.

Die gut ausgeschilderten Wanderwege führen von hier ins Neandertal, einem weitgehend unbebauten Talabschnitt zwischen Erkrath und Mettmann, in dem vor ca. 160 Jahren die Überreste eines Urzeitmenschen aus dem Pleistozän gefunden wurden.

 

Durch teilweise urwaldlich anmutende Waldabschnitte laufen wir entlang der Düssel und können Gino regelmäßig eine Abkühlung genehmigen.  

3 Tage später sind wir wieder unterwegs und fahren den Landvergnügen-Stellplatz Kirchhellen an, den wir bereits kennen.

Während unserer Spaziergänge über die Feldwege und entlang der Maisfelder muss Gino immer wieder Gehorsamsübungen über sich ergehen lassen – als Ersatz für die verpassten Übungsstunden auf dem Hundeplatz ;-)

 

Er entwickelt sich prächtig !!!

Ein sehr interessanter Landvergnügen-Platz liegt kurz vor Leer. In Ferstenborgum – bei Weener – hat Catharina Bockhacker einen Bauernhof umgebaut und präsentiert dort mit „Q'nst im Q'stall“ www.1500-grad.de die ganze Bandbreite des Metall-Recycling:

 

Kunst und Objekte aus Schrottstahl, Recycling-Lampen, Badewannen-Möbel, Motiv- und Feuertonnen – sehr sehenswert.

Am nächsten Tag strapazieren wir wieder einmal Gino's „Steadyness“, bugsieren ihn in den Fahrradanhänger und radeln entlang der Ems bis zur Meyer-Werft nach Papenburg, wo gerade die AIDA cosma auf ihre Vollendung wartet.

Gino verhält sich erstaunlich ruhig im Burley, findet aber selten die Ruhe sich hinzulegen – gibt es doch sooo viel zu schnuppern und zu sehen: Die Schafe auf dem Deich, die Autos auf dem Straßenabschnitt, andere Radfahrer, Spaziergänger, Hunde – und dann das große Schiff auf dem Wasser !!!

 

Am liebsten würde er schon am Rad mitlaufen... kurze Etappen im Schritttempo haben wir schon getestet, aber er muss sich leider noch ein paar Monate gedulden – der Gelenke zuliebe.  

 

 

Auf dem Rückweg sehen wir uns den Landvergnügenstellplatz am Hafen 55 in Weener an. Wir könnten hinter dem Gebäude zwar kostenlos auf relativ engem Raum stehen, aber die breiten Parkstreifen des Womo-Stellplatzes direkt am Weener Sieltief mit Blick auf den Hafen und die am Kai vertäuten Schiffe sind uns lieber.

 

 

Der Fischzuchtbetrieb Endjer liegt nordöstlich von Emden am Uphuser Meer. Zwei Fahrzeuge stehen schon auf der Wiese am Fischteich. Wir melden uns im Laden an, werden sehr herzlich empfangen und bekommen unseren Platz zugewiesen – mit eigenem Strandkorb !!

Da heute Fisch auf unserem Speiseplan stehen soll, decken wir uns direkt ein.

Der Zander wird gerade erst filetiert – er zuckt noch (fast).

 

Unter Beachtung der speziellen Zubereitungsempfehlung der Chefin für sehr frischen Fisch gelingt uns ein fantastisches Abendessen, das wir bei mildem Wetter noch vor dem Wohnmobil genießen können, während Gino das Schilfrohr zerlegt...

Lisbeth und Leo aus der Schweiz haben wir vor 5 Jahren in Argentinien kennengelernt, als wir auf der Peninsula Valdèz die Südlichen Glattwale beobachtet haben.

Über den WhatsApp Status erfahren wir, dass sie ebenfalls in Norddeutschland unterwegs sind. So einen Zufall wollen wir nicht ungenutzt verstreichen lassen und treffen uns spontan in Aurich auf dem Wohnmobilstellplatz vor dem „Bad De Baalje“.

 

Es wird in Erinnerungen geschwelgt, daraufhin folgen Berichte der aktuellen Reisen und später lassen wir den Tag bei einem leckeren Essen in der „Stadtperle“ ausklingen bevor am nächsten Morgen jeder wieder seiner eigenen Route folgt.

Uns zieht es zum „Ewigen Meer“, dem mit 89,2 Hektar Wasserfläche bei einer Tiefe von 2–3 Metern größten Hochmoorsee Deutschlands. Entlang des Nordrandes dieses Naturschutzgebietes führt ein 1,8km langer Bohlenweg, der allerdings nach der Hälfte schon wegen Baufälligkeit gesperrt ist... Dann eben nicht. Eine Übernachtung ist auf dem Parkplatz verboten, so dass wir am Nachmittag auf dem Stellplatz in Westerholt landen.

 

 

Nicht Norddeich, sondern Ostbense - während der Wanderung VOR dem Deich...
Nicht Norddeich, sondern Ostbense - während der Wanderung VOR dem Deich...

Der Hundestrand in Norddeich ist der einzige Strand, an dem Hunde unangeleint laufen dürfen. Muss ich das jetzt so verstehen, dass ich an den anderen „Hundestränden“ meinen Hund an der Leine ins Wasser begleiten soll ???

 

Allerdings schreckt uns der riesige, überfüllte Stellplatz mit weit über 100 Fahrzeugen.

Alternativen sind nicht in Sicht, zudem auf den Deichen wegen der Schafe ein generelles Hundeverbot gilt. So kehren wir der Küste den Rücken und versuchen unser Glück in Sande – um den gleichnamigen See führt ein schöner Wanderweg.

Leider sind auch hier Hunde generell verboten – bleibt also für Gino nur noch ein erfrischendes Bad im Ems-Jade-Kanal, aber ich glaube, das ist ihm egal... Hauptsache Wasser – und Wiese zum Wälzen ;-)

Das nächste Mal versuchen wir es an der Ostsee...

 

 

Ein kurzer Ausflug führt uns am Nachmittag nach Dangast, denn am dortigen Fischturm gibt es die besten Matjes-Brötchen. 

An den Strand dürfen die Hunde mit - angeleint...

Etwas anderes ginge bei Gino momentan auch noch nicht, denn er würde freudig von Strandkorb zu Strandkorb laufen und jeden Insassen mit "Küsschen" begrüßen ;-)

 

Aber wir arbeiten daran...

Der Neuenburger Urwald, in der Friesischen Wehde zwischen Neuenburg und Zetel gelegen, ist seit über 100 Jahren ein Naturschutzgebiet in dem sich Flora und Fauna uneingeschränkt entwickeln können.

 

Gut ausgeschilderte Wanderwege erleichtern die Orientierung und der beeindruckende, zuweilen undurchdringlich wirkende Baumbestand vermittelt tatsächlich das Gefühl durch einen Urwald zu wandern, mit dem Unterschied, dass man sich nicht mit der Machete den Weg frei schlagen muss... und das alles bei traumhaftem Spätsommerwetter.

In Arndts Fischladen in Varel haben wir uns mit Matjes eingedeckt, die nun, an einem schönen Platz in der Sonne, mit Brötchen, Zwiebeln und Salat als verspätetes Mittagessen dienen sollen.

Auf der Suche nach der passenden Örtlichkeit landen wir in Ocholterfeld am Karlshofer See. Die große Wiese direkt am Badesee ist für Wohnmobile freigegeben und so idyllisch, dass aus dem geplanten Nachmittags-Stopp eine Übernachtung wird.

Franjo kommt zu seiner Fahrradtour und ich drehe mit Gino eine Runde um den See, der für Hunde (wie sollte es hier anders sein...?) verboten ist!!!

 

Aber das habe ich leider zu spät gelesen … ;-)

Der nächste Tag ist ziemlich verregnet, so dass wir uns allmählich auf den Heimweg machen. In Münster soll das Wetter besser sein...

Den Hof Spielbrink bei Dorbaum kennen wir noch aus der Erdbeer- und Spargelsaison im Juni. Erneut stehen wir zwischen Hühnern, Damwild und einem brunftigen Rothirsch, haben aber dank frischer Ohrstöpsel eine ruhige Nacht.

Die Burg Hülshoff in Havixbeck, eine typisch münsterländische Wasserburg, wurde bereits im 11.Jhdt. Urkundlich erwähnt.

Von 1417 bis 2012 war sie im Besitz der Freiherren Droste zu Hülshoff und ist das Geburts- und Elternhaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, deren Konterfei früher den 20-DM-Schein zierte.

Wenn man schon Droste heißt... und gerade in der Nähe ist... sollte man zumindest einen Spaziergang durch die große, gepflegte Parkanlage machen, auch wenn momentan weder die riesigen Rhododendren, noch die unzähligen Hortensien blühen.

 

Burg Hülshoff ist nicht nur Station der 100-Schlösser-Route im Münsterland – seit Sommer 2021 ist auch der Lyrikweg eröffnet, der eine künstlerische Verbindung zwischen den beiden Lebensorten der Annette von Droste-Hülshoff erschafft: Den historischen Baudenkmälern Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus, wo sie später lebte und wirkte.

Über Mettmann erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Tour wieder: Den Wanderparkplatz Diepensiepen im Neandertal. Bei einer gemütlichen Nachmittagswanderung entlang der Düssel gelangen wir bis zum Wildpark, können aber weder Auerochsen, noch Bisons oder Tarpane entdecken – nur Schafe, aber die kennen wir schon zur Genüge von den Ostfriesischen Deichen...

 

Auch unser Streifzug am nächsten Morgen führt noch einmal entlang der Düssel durch das verwunschene Tal. Zurück am Parkplatz geraten wir in den Frühschoppen des Lauftreffs, der hier regelmäßig seine Runden dreht und anschließend beim erweiterten Frühstück das Wochenende einläutet.

 

Für uns ist aber Heimreise angesagt.

Mal sehen, wohin beim nächsten Mal die Reise geht... Man ist ja flexibel :-)

 

Wäre schön, wenn Ihr wieder dabei seid.