Überwinterung in Italien – 2. Versuch

Unsere Reiseroute: 

  • durch die Schweiz und den Gotthardt-Tunnel
  • Pontremoli
  • Viareggio
  • Baratti
  • Orbetello
  • Torvajanica
  • Neapel
  • Ercolano
  • Auletta
  • Castrovillari
  • Corigliano
  • San Francesco da Paola
  • Tropea
  • Scilla
  • Messina
  • Ali Terme
  • Giardini Naxos
  • Ätna
  • Brucoli
  • Syrakus
  • Portopalo
  • Foce Vecchia
  • Marina di Ragusa


Am 05. Dezember starten wir den 2. Versuch unserer Überwinterung in Italien und Sizilien, nachdem die Tour im letzten Jahr coronabedingt in der Toskana abgebrochen werden musste.

Dieses Jahr sieht es besser aus; die italienischen Inzidenzzahlen sind deutlich niedriger als in Deutschland. 

Die Vorbereitungen für die Einreise in die Schweiz und nach Italien erinnern vage an die diversen Grenzübergänge in Südamerika: Onlineformulare müssen ausgefüllt und abgeschickt werden. Daraufhin erhält man den QR-Code eines PLF (Passagier-Lokalisierungs-Formular), mit Adresse, Einreisedatum, Impfstatus, …

Einziger Unterschied: In Südamerika war das alles für den Hund, der dieses Mal vollkommen unbehelligt über die Grenze gelangt...

Da die Schweiz für einen längeren Aufenthalt auch noch einen PCR-Test fordert und der Wettergott ohnehin nur mit dichtem Nebel dienen kann, beschließen wir, direkt nach Italien durchzufahren.

Hinter dem Gotthardt-Tunnel herrscht dann aber so dichtes Schneetreiben, dass die LKW aus dem Verkehr gezogen werden, wir uns sicherheitshalber anschließen und einen Autobahn-Parkplatz kurz vor Lavorgo anfahren.

Hier liegt der Schnee bereits einen halben Meter hoch und Gino hat seine helle Freude an dem pulverigen Weiß in das man so herrlich eintauchen kann. 

Italien - und immer noch kalt...

Pontremoli
Pontremoli

Über Bellinzona und Lugano erreichen wir die italienische Grenze, wo sich niemand für unser PLF interessiert.

Im nördlichsten Dorf der Toskana, Pontremoli, finden wir bei einbrechender Dunkelheit einen Parkplatz am Torrente Verde.

Der Abendspaziergang führt uns entlang des Flusses und zurück durch die beschauliche Altstadt, bevor wir es uns im warmen TIO gemütlich machen.

Am nächsten Morgen freut sich Gino über leichten Schneefall und gefrorene Felder, die allerdings 2 Stunden später durch Regen in eine Matschwüste verwandelt werden. Es wird Zeit, das Feld zu räumen und Richtung Süden weiter zu fahren.  

Sonne und Meer ab Viareggio...

Das kleine Küstenstädtchen Viareggio ist bekannt für seine Karnevalsfeiern und im Sommer mit Sicherheit eine touristische Hochburg, wie dutzende Strandbäder, Restaurants und Cafés vermuten lassen. Momentan liegt der riesige Parkplatz an der Viale Europa aber trist im Dauerregen und wir haben die große Auswahl...

Viareggio
Viareggio

Am nächsten Tag darf Gino bei 12°C und herrlichem Sonnenschein zum ersten Mal ans Meer und am Strand toben, nachdem er in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen ist. Das viele Wasser lockt ihn aber nicht sonderlich – und scheint ihm noch weniger zu schmecken... zum Glück, denn hier herrscht eine starke Unterströmung. 

Nach einer guten Stunde haben wir aber einen glücklichen Hund und können weiterfahren. 

Den schiefen Turm von Pisa sehen wir aus der Ferne, folgen der Küste weiter an Livorno vorbei und stellen TIO pünktlich zum Sonnenuntergang auf dem kleinen Parkplatz am Kite-Strand von Baratti vor einem Pinienhain ab. 

 

Während ich mein wöchentliches Online-Training mit Manuela absolviere, wandert Franjo mit Gino um die Landzunge herum und – auf abenteuerlichen Wegen – über den Poggio Guardiola zurück. 

Auf der Suche nach freien Übernachtungsplätzen...

Während dieser Jahreszeit ist es nicht ganz einfach, geeignete Übernachtungsplätze zu finden. Viele Wohnmobilstellplätze sind geschlossen und die Parkplätze auf 2,20m abgehängt.

Wenn man dann aber einen Platz findet, sind die Parkuhren über Winter abmontiert, so dass man kostenlos übernachten kann, wie auf dem riesigen Gelände am Torre Monza, kurz hinter Piombino.

Durch ein kleines Pinienwäldchen gelangt man zum Strand und erlebt den Sonnenuntergang hinter Elba. 

Spaß am Strand beim Torre Monza
Spaß am Strand beim Torre Monza

Bei herrlichem Sonnenschein und 15°C wandern wir am nächsten Morgen am Strand entlang, während Gino mit Begeisterung in die flachen Wellen springt, um sich abzukühlen – und anschließend im Sand, oder Seetang zu wälzen...

Danach heißt es erst einmal trocknen und entsanden, bevor wir nach Orbetello weiterfahren.

Schöne Aussichten abseits der Route...

Etwas abseits der Route gibt es in der Nähe von Follonica eine traumhaft schöne Pinien-Zypressen-Allee, die zu einem Agritourismo führt.

Die muss man unbedingt gesehen haben !!!

Besichtigung nicht möglich...

Orbetello - Laguna di Levante
Orbetello - Laguna di Levante

Auf dem 4km langen Verbindungsdamm zwischen Orbetello und der Halbinsel Monte Argentario lädt ein riesiger Parkplatz mit Blick auf die Laguna di Levante zum Übernachten ein.

Eigentlich gäbe es auf Monte Argentario einiges anzuschauen, wie z.B. die kleine Altstadt von Porto Ercole, oder die massiven Festungsanlagen aus dem 16. Jhdt., aber sämtliche Parkplätze, die TIO anfahren könnte, sind geschlossen, so dass wir frustriert auf die ursprüngliche Route zurückkehren.

Unser nächster Versuch, die Besichtigung des Giardino di Tarocchi von Niki de Saint-Phalle in der Nähe von Capalbio, endet ebenfalls vor verschlossenen Toren. Immerhin können wir dort noch mit Gino eine kleine Wanderung durch die Olivenhaine machen, bevor wir Rom passieren, das schon aus weiter Ferne durch eine riesige Dunstglocke auf sich aufmerksam macht.

In Pomezia schwenken wir wieder an die Küste und finden hinter Torvajanica einen kleinen Parkplatz am Strand. 

Übernachtungen hinter Schloss und Riegel...

Oasi Bosco di San Silvestro
Oasi Bosco di San Silvestro

Nördlich von Caserta betreut der WWF das Naturschutzgebiet „Oasi Bosco di San Silvestro“. Das riesige Areal ist von einer hohen Mauer umgeben und mit einem Tor gesichert. Nach telefonischer Voranmeldung (Rosy +39 329 100 3809 oder Franco +39 329 100 3808) wird uns geöffnet und wir können mit TIO auf dem Parkplatz einer kleinen Waldlichtung übernachten. Strom, Trinkwasser und Entsorgungsmöglichkeit sind vor Ort und die beiden ehrenamtlichen WWF-Helfer sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und bieten uns für den nächsten Tag einen Shuttle-Service nach Capua an. 

Anfiteatro Capua
Anfiteatro Capua

Das Amphitheater von Capua, errichtet am Ende des 1. Jhdt. vor Christus, ist nach dem römischen Kolosseum das zweitgrößte seiner Art und wahrscheinlich eines der ältesten noch erhaltenen.

Gino passt auf TIO auf, während wir durch die Geschichte schlendern und uns vorstellen, wie hier vor über 2000 Jahren die Gladiatoren in der Arena gekämpft haben.

Blick vom Vesuv auf den Golf von Neapel
Blick vom Vesuv auf den Golf von Neapel

Am nächsten Tag stehen wir vor der Herausforderung:

Wo können wir TIO sicher abstellen, um den Vesuv zu besichtigen???

Erst einmal folgen wir dem Navi, das uns auf den 1281m hohen Vulkankegel bringen soll. Dabei harmonieren dessen Vorstellung einer befahrbaren Straße nicht unbedingt mit TIO's Ausmaßen, so dass wir uns in immer enger und steiler werdenden Gassen wiederfinden, die nur Dank Allrad und fahrerischer Meisterleistung bewältigt werden können.

Vom oberen Parkplatz wollen wir den abendlichen Blick auf Neapel genießen, um am nächsten Morgen die Ersten am Berg zu sein, werden aber von einem italienischen Camperpaar verunsichert, das uns Räubergeschichten von bewaffneten Raubüberfällen erzählt...

Dann doch lieber in der Sicherheit eines Campgrounds in Ercolano übernachten.

Es ist schon dunkel, als wir die überfüllten Straßen Neapels hinter uns lassen und diesen versteckt liegenden Platz finden.

Er ist gesichert wie Fort Knox, aber wir dürfen rein ;-)

Geschafft... noch ein Wein – und dann ins Bett!

Alte Stätten - von Asche befreit...

Herkulaneum
Herkulaneum

Der Vesuv ist abgehakt, aber die Ausgrabungen von Herkulaneum interessieren uns noch, zumal das Museum vom Stellplatz aus zu Fuß erreichbar ist.

Diese antike Stadt wurde, wie Pompeji und Stabiae, beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n.Chr. verschüttet – nach 500 Jahren Ruhe.

Eine vulkanische Schicht von bis zu 20m Stärke begrub die Stadt vollständig und verfestigte sich beim Abkühlen zu einer dichten Masse von Tuffstein, weshalb Gebäude und Inventar sehr gut erhalten blieben. 

Es geht unter die Erde...

Grotte di Pertosa
Grotte di Pertosa

Vor den Feiertagen sind noch zwei Besichtigungen geplant: Die Engelsgrotte (Grotte di Pertosa) in Auletta erreichen wir um die Mittagszeit und können uns um 14.00h für eine Führung anmelden.

Uns erwartet eine ca. 35Mio Jahre alte Tropfsteinhöhle von 2,5 km Länge und gigantischen Ausmaßen. Der Grotteneingang hat die Größe einer Turnhalle, bei einer Höhe von 25m.

Da wir die einzigen Besucher sind, kommen wir in den Genuss von Lucianos Privatführung.

Höhepunkt des einstündigen Rundganges ist eine Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss Negro, der in der Tiefe der Grotten entspringt und als Wasserfall in den gestauten See mündet.

Lago del Pantano
Lago del Pantano

Die „Certosa di Padula“, eine der größten Klosteranlagen Süditaliens ist leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, so dass wir uns den Schlenker sparen und auf der A2 Richtung Castrovillani weiterfahren.

Am Rande des Nationalparks Pollino finden wir am Lago del Pantano einen ruhigen Parkplatz in 850m Höhe – heute Nacht wird’s frostig ;-)

Vorbereitung auf die Feiertage...

Das sollte für die nächsten Tage reichen ...
Das sollte für die nächsten Tage reichen ...

Vier Tage vor Heiligabend versorgen wir uns in Corigliano noch mit allem Nötigen und checken am Nachmittag auf dem Campingplatz „Onda Azzurra“ am Ionischen Meer ein. 

 

Zusammen mit vielen anderen, meist deutschen, Campern werden wir hier die Weihnachtstage und den Jahreswechsel verbringen, bevor es nach Sizilien weitergeht. 

Buon Natale e un Felice Anno Nuovo 2022

Gute Aussichten auf's Neue Jahr ?
Gute Aussichten auf's Neue Jahr ?

Wir wünschen Euch allen fröhliche und harmonische

Feiertage. Genießt sie im Kreise Eurer Lieben

und kommt gesund in ein hoffentlich besseres

 

Neues Jahr 2022

Die Tage zwischen den Jahren...

Wanderung zur Lagune
Wanderung zur Lagune

Wir wandern entlang der Küste zum

„Reserva Naturale della foce del Crati“

und durch einen riesigen Pinienwald zurück.

Diese 6 km werden in den nächsten Tagen unsere Gassirunde, die Franjo auch schon mal alleine in Angriff nehmen muss, während ich mein Training mit Manuela absolviere und die Nachbarn ihre Yoga-Matten strapazieren.

Wenn die Sonne morgens durch den Pinienhain scheint, wirkt er wie ein Zauberwald... abends das gleiche Spektakel – in die andere Richtung.

Am Abend testen wir die Pizzeria im großen, spartanisch eingerichteten Aufenthaltsraum.

Die Pizzen sind lecker, der Rand knusprig – aber nicht mit Franjo´s Meisterwerken zu vergleichen !

Invasion der Nikoläuse...

Der Heiligabend fängt wolkenlos an – und soll richtig warm werden ;-)

Auf unserem Weg zur Lagune finden wir Dutzende Orangen am Strand aufgereiht, unversehrt...

Ob da wohl irgendwo ein Orangendampfer gekentert ist?

Wir sammeln ein und testen – einwandfrei !!!

Zurück am Campingplatz erwischen wir gerade noch einige Nikoläuse, die mit der Schubkarre über den Platz ziehen und Geschenke verteilen.

 

 

Den frischgebackenen Nachmittagskuchen teilen wir – unfreiwillig – mit Gino...

Ansonsten verläuft der Tag entspannt wie selten und absolut stressfrei.

Selbst am Abend muss ich nicht kochen – das übernimmt Franjo: Es gibt leckere Pizza ;-)

Strandgutsammler und  -verwerter...

Nach einer Woche Lagunenwanderung geht es heute mal in die andere Richtung.

Irgendjemand hat sich die Mühe gemacht, aus gesammeltem Strandgut einen Piratenausguck zu bauen, mit eingebauter Sitzgelegenheit und einem sicht- und windgeschützten Beobachtungsposten.

Ansonsten läuft man auf dieser Strandseite genau so mühselig wie in der anderen Richtung...

Waschtage...

Neben den „normalen“ Waschmaschinen, die ich nach den Feiertagen heute strapaziere, gibt es auf diesem Campingplatz sogar eine Waschmaschine für Hundewäsche – also Hundezubehör :-)

Gino wird allerdings nach seinen intensiven Schwimmrunden im Meer mit anschließender Sandpanade auf dem Waschplatz abgeduscht. An das kalte Wasser muss sich unser Mimöschen erst gewöhnen... Verstehe ich gar nicht – das Meerwasser ist doch auch nicht wärmer.

Ein Kiosk für alles...

Im Camping-Kiosk gibt es Fisch für heute Abend.

Es ist absolut erstaunlich, wie man auf so kleinem Raum so viel unterbringen kann. Von Waschmitteln und Pflegeprodukten über Konserven, Wurst und Käse zu Nudeln, Keksen, Brot und Kuchen gibt es dort sogar Sonnenschirme und Schwimmhilfen.

Besondere Aufmerksamkeit erwecken die Alkoholika, die eine komplette Wand einnehmen !!!

Frisches Obst und Gemüse wird zweimal wöchentlich am Eingang des Campingplatzes angeboten – was will man mehr?

Letzter Tag des Jahres 2021...

Silvester könnte entspannter nicht anfangen: Nach dem Strandspaziergang setzen wir uns mit den Stühlen an den Strand und genießen Sonne und Wellen. Ein paar Mutige trauen sich ins Wasser, aber bis es bei meinen Knien angelangt ist, stehen die Füße schon kurz vor dem Schockfrosttod...

Abends treffen sich einige Leute am Strand ums Lagerfeuer.

Wir stoßen um Mitternacht dazu und erleben die gesamte Küstenlinie von Corigliano bis Pantano Martuzzi vom Feuerwerk erhellt.

Gino nimmt´s gelassen – auch als am Lagerfeuer eine Riesenwunderkerze unter lautem Geknatter abbrennt – womit seine Schussfestigkeit wohl bewiesen wäre ;-)

2022

Nach den kühlen Morgenstunden des 1. Januar 2022 wird es sehr schnell warm, so dass wir mittags bei 19°C wieder am Strand sitzen.

Das Ionische Meer gleicht heute einer Riesenbadewanne und Gino hat wenig Lust, die Stöcke, Wurzeln und sonstiges Strandgut aus dem Wasser zu apportieren. Scheinbar fehlen ihm die Wellen.

Beim Dummytraining im Pinienwald ist er aber mit Feuereifer dabei – immerhin enthält der Beutel seine Abendmahlzeit.

Weiter geht's...

San Fili
San Fili

Nach 14 Tagen!!! Camping streichen wir die Segel und rollen weiter.

Vorbei an großen Wein-, Oliven- und Orangenplantagen und Dörfern, die sich an die hohen Felsen der Basilicata schmiegen durchqueren wir Italiens „Fuß“ Richtung Westküste und erreichen am Nachmittag das „Santuario di San Francesco da Paola“ (Schutzpatron Kalabriens) in Paola. Dieses süditalienische Pilgerziel aus dem 16. Jhdt. wurde 1921 von Papst Benedikt XV zur Basilika Minor erhoben und enthält die wenigen Reliquien des Hl. Francesco.

Da der Ausweichparkplatz geschlossen ist, bleiben wir vor der Basilika stehen und haben, trotz Übernachtungsverbot, einen ungestörten Schlaf.

Felsenkirchlein mit Tuffsteinheiligen...

Chiesa di Pedigrotta
Chiesa di Pedigrotta

Kurz vor Pizzo liegt die „Chiesa di Piedigrotta“, eine Tuffsteingrotte knapp über dem Meeresspiegel. Seeleute stellten nach ihrem überstandenen Schiffbruch im 17. Jhdt. zum Dank eine Madonnenstatue in diese Grotte. Lokale Künstler haben die Räume erweitert und zusätzliche Tuffsteinfiguren aufgestellt. Zwar ist dieses kleine Kirchlein während der Wintermonate geschlossen, aber wir können von außen einen Blick hineinwerfen und die z.T. schon recht verwitterten Figuren betrachten, bevor wir weiterfahren. 

…und Städte, auf Fels gebaut.

Tropea - Altstadt von unten
Tropea - Altstadt von unten

Die Altstadt von Tropea thront auf einem Felsen hoch über dem Meer und die Häuser in vorderster Front wirken wie aus dem Gestein gehauen.

Hinauf kommt man über enge Serpentinen – nichts für TIO – oder zu Fuß über etliche steile Treppen, die von verschiedenen Seiten nach oben führen.

Wir stellen TIO auf einem Wiesenparkplatz in der Nähe des Hafens ab und besuchen zunächst die Wallfahrtskirche „Santa Maria dell Isola“, die auf einem Inselfelsen vor der Stadt liegt. Dann erklimmen wir die Stufen, bummeln durch die Altstadtgässchen Tropeas und genießen die Aussicht. 

Uralte Festungen und atemberaubende Ausblicke...

Scilla - Castello Ruffo
Scilla - Castello Ruffo

Auf dem Vorgebirge von Scilla liegt das über 2000 Jahre alte „Castello Ruffo di Calabria“, ehemalige Burg und Festungsanlage und ausgestattet mit einem Marine-Leuchtturm, um den Schiffen auf der Straße von Messina den Weg zu weisen.

Da die engen Gassen nichts für TIO sind, stellen wir ihn auf dem Sosta-Camping kurz hinter der Stadt ab und erkunden den Ort, der im Sommer von Touristen überquillt, per Pedes.

 

Nächtlicher Blick auf Scilla
Nächtlicher Blick auf Scilla

Der Blick auf den Stromboli und Sizilien zur blauen Stunde, sowie das nächtliche Lichterspektakel der Strandpromenade von Scilla runden den Tag ab...

 

Morgen setzen wir nach Sizilien über.


AKTUELLES UPDATE

Sizilien

Gegen Mittag setzen wir von Villa San Giovanni nach Messina über und beginnen hiermit unsere Sizilien-Rundreise.

Als erstes versuchen wir so schnell wie möglich den Moloch Messina, wo sämtliche Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt scheinen, hinter uns zu lassen.

Sichere Parkplätze für eine Besichtigung gibt es hier ohnehin nicht.

Der Küstenstraße im Uhrzeigersinn folgend landen wir auf einem Strandplatz in Ali Terme – bis auf ein weiteres deutsches Reisemobil leer – und ruhig in der Nacht. 

Giardini Naxos
Giardini Naxos

Der Wetterbericht verheißt für die nächsten Tage nichts Gutes, so dass wir versuchen, vor dem großen Regen den Campingplatz in Giardini Naxos zu erreichen, von wo aus wir die nächsten Touren unternehmen wollen.

 

Die Busfahrt nach Taormina wird wegen Regen verschoben und wir spazieren statt dessen an der Strandpromenade von Naxos entlang. 

Der archäologische Park mit den Ausgrabungen der 735 v. Chr. gegründeten antiken Stadt ist geschlossen, ebenso das Museum. Das sind die Nachteile einer Reise während der Wintersaison.

Hopp on Hopp off wird auch nur während der Sommermonate angeboten, also gehen wir zurück und halten Siesta... Das ist immer möglich.

Abends gönnen wir uns bei Alfio's Pizza & Pasta zwei fantastische Pizzen (Napoletana e Norma). Auch der rote Vino de la Casa braucht sich nicht zu verstecken.

Aprilwetter im Januar...

Ätna in Wolken
Ätna in Wolken

Das Wetter wechselt in den nächsten Tagen ständig – und schnell. Man bemerkt die Regenwolken erst, wenn es zu spät ist. Wir werden beim Gassigehen einige Male nass...

 

Der Ätna hat seine schneebedeckten Gipfel bisher erfolgreich hinter Wolken versteckt – aber es soll besser werden. 

Griechisches Theater in Sizilien...

Aussicht von der Piazza Nove Aprile
Aussicht von der Piazza Nove Aprile

Den kommenden Tag nutzen wir für eine Busfahrt nach Taormina – eine abenteuerliche Strecke, insbesondere in den engen Steilkurven, die zur Altstadt hinaufführen.

Durch die Porta Messina gelangen wir in die Oberstadt und vorbei am Palazzo Corvaja zum Antiken Theater, dessen Vorgänger im 3. Jhdt. v. Chr. von den Griechen als Schauspieltheater errichtet wurde – deshalb auch der Name „Teatro Greco“.

Über den Corso Umberto I, die Einkaufsstraße erreichen wir die Piazza Nove Aprile, mit Aussichtsterrasse und einem fantastischen Blick auf die Bucht und die Küstenlinie.

Durch die Porta di Mezzo folgen wir dem Corso Umberto I bis zur Porta Catania, dem südlichen Stadttor aus dem Jahre 1440.

Nach dem Besuch des Doms und der Naumachie, einer antiken Stätte aus der Römerzeit, nutzen wir die verbleibende Zeit bis zur Rückfahrt für einen Cappuccino. 

Endlich zeigt sich der Ätna einmal in seiner ganzen Pracht, bevor ihn die nächste Wolkenbank verhüllt – aber es bleibt trocken.

Wir sammeln unsere Siebensachen zusammen und fahren, nach 5 Tagen Campingplatz, weiter.

Über die SS114 folgen wir in Trepunti den Hinweisschildern zum Etna, übernachten aber auf einem großen Parkplatz hinter Santa Venerina, denn Schnee, Nebel und Kälte brauchen wir nicht länger als unbedingt nötig.

 

Winter auf dem Ätna...

Das Wetter wechselt sehr schnell: Konnten wir den Ätna heute Morgen noch in aller Pracht qualmen sehen, fahren wir gegen Mittag im dichtesten Nebel hinauf bis zur Liftstation Nicolosi Nord, wo – sehr zu Gino's Freude – reichlich Schnee liegt. 

Über ein Gemisch aus Lava und Schnee erklimmen wir den oberen, 2001m hohen Silvestri-Krater, der beim Vulkanausbruch im Jahre 1892 entstand. Gino bewältigt die 100 Höhenmeter mindestens dreimal, denn jedem Geröllstein oder Eisklumpen, der sich unter unseren Sohlen löst, rennt er mit Begeisterung hinterher. Gut so, denn in der Gondel, die uns anschließend zum Ätna hinaufbringt, darf er nicht mitfahren. 

Die Bergstation liegt auf 2505m Höhe. Wir verzichten auf die Fahrt im Schneemobil und erkunden die karge Umgebung zu Fuß – eine atemraubende Angelegenheit in dieser Höhe, aber die Aussichten sind atemberaubend, sowohl nach Osten, wo sich eine Dunstschicht mit kleinen Nebelwolken über die Küste legt, als auch zum rauchenden Kegel des 3323m hohen Ätna, der 2013 in die UNESCO Liste des Weltnaturerbes aufgenommen wurde.

Als uns die Seilbahn wieder hinunter bringt, hat der aufsteigende Nebel die Talstation erreicht – da wurde der Tag ja optimal genutzt...

Alternative Stellplätze...

Brucoli
Brucoli

Wir verlassen diese unwirkliche Bergwelt und folgen der Via Etnea Richtung Catania und von dort an die Küste.

In Brucoli soll es einen schönen Platz am Castell geben, mit Blick auf den Ätna – leider eine Fehlinformation:

Der ausgewiesene Stellplatz ist mit überwinternden Booten überfüllt, so dass wir uns einfach auf den Sandstrand stellen. Der ist zwar mit Müll überfüllt, aber die Aussicht entschädigt für diese Umgebung. 

...und eine traumhaft schöne Stadt.

Stellplatz Ippocamper - Syrakus
Stellplatz Ippocamper - Syrakus

Um Syrakus, unser nächstes Ziel zu erkunden, steuern wir den Ippocamper-Platz am Stadtrand an. Ein gepflegter Stellplatz mit V/E, Strom, Waschmaschine, heißer Dusche und sehr netten Betreibern, die einen kostengünstigen Shuttle-Service anbieten.

Am Nachmittag lassen wir uns mit Gino zur vorgelagerten Insel Ortygia, in die Altstadt von Syrakus, kutschieren.

Die Sonne steht schon tief und zaubert ein warmes Licht auf die Häuserreihe entlang der Strandpromenade, die vom Yachthafen bis zum Castello Maniace reicht.

Die halbe Insel scheint unterwegs zu sein, um den Sonnenuntergang vom Strand, den Aussichtsterrassen oder Restaurants aus bei einem Sundowner zu genießen. Wir reihen uns ein, flanieren anschließend durch enge Gässchen bis zur Kathedrale, landen zum Essen vor irgendeiner Osteria und lassen uns am Abend wieder abholen. Der Service klappt perfekt und Syrakus ist eine bezaubernd schöne Stadt.

 

Der nächste Tag gehört wieder der Erkundung der Altstadt. An der Promenade treffen wir eine Gruppe junger Leute auf dem Weg ins Wochenendvergnügen. Fröhlich winken sie in die Linse und postieren sich bereitwillig für ein Gruppenfoto.

Mille Grazie ;-)

Pünktlich zum Sonnenuntergang erobern wir einen Restauranttisch in der ersten Reihe und genießen den Tagesausklang – wenn der Kellner nur nicht ständig in der Sonne stehen würde …

Parco Archeologico Neapolis - Teatro Greco
Parco Archeologico Neapolis - Teatro Greco

Nächster Programmpunkt ist der Parco Archeologico Neapolis in Syrakus. Das große Teatro Greco gilt als Erfindungsort der klassischen Komödie und Pantomime. Nach seiner Vergrößerung um 230 v. Chr. bot es Platz für 16.000 Zuschauer.

Das römische Amphitheater wurde im 3. Jhdt. v. Chr. größtenteils in den vorhandenen Felsen gebaut

und diente den Römern für diverse Schauspiele und Gladiatorenkämpfe.

Vorbei an Grotten, Grabkammern, Heiligtümern und Steinbrüchen erreichen wir die 23m hohe Haupthöhle, das „Ohr des Dionysos“, deren Akustik es ermöglicht, selbst leise Gespräche zu belauschen.

Nach dieser Fülle von Eindrücken und Informationen brauchen wir eine Pause. Gino wartet im Auto – und der Nachmittag gehört ihm...

Die weniger schöne Seite...

Portopalo - Stellplatz in Hafennähe
Portopalo - Stellplatz in Hafennähe

In Marokko haben wir vor 6 Jahren massive Bekanntschaft mit fehlendem Umweltbewusstsein gemacht. Die Größe der nächsten Stadt konnte man an der Menge der Mülltüten erahnen, die 2-4 km vorher die Landschaft „dekorierten“. In Südamerika sah es nicht anders aus – lediglich die Farbe der Tüten differierte.

In Italien sieht es nicht besser aus, aber wir haben jetzt das Problem, dass wir einen jungen Hund dabei haben - einen Labrador - einen Allesfresser - mit einer fantastischen Nase.

Wir können ihn kaum frei laufen lassen, denn er findet und probiert einfach alles: Von den harmlosen Dingen wie Schuhsohlen, Plastikflaschen, Pizzakartons und Autoreifen bis zu den weniger angenehmen wie Hähnchenknochen, Kronkorken, menschlichen Exkrementen und Angelhaken samt Schnur...

Es ist so schade um die wunderschöne Landschaft.

Hier in Portopalo sieht es nicht anders aus: Wir stehen am Hafen, mit Blick auf das Meer und einen traumhaften Sonnenuntergang – aber umgeben von Müllbergen...

... aber es geht auch anders ;-)

Foce Vecchia
Foce Vecchia

Kurz vor Pozzalla liegt dann endlich unser Traumstrand – Foce Vecchia: Ein breiter, 5km langer und sauberer Strand mit festem Sand – ideal zum Wandern, flach auslaufend – ideal für Gino zum Strandläuferjagen, und wir haben ihn fast für uns alleine ;-)

Wir kommen ins Gespräch mit einem Einheimischen, der sehr gut deutsch spricht und wissen möchte, wo wir herkommen. Wie sich herausstellt, hat er viele Jahre lang in der Autowerkstatt in Neuhäusel gearbeitet. So klein ist die Welt …

Waschen, putzen, backen, ...

Immer schön fleißig...
Immer schön fleißig...

Für den obligatorischen Waschtag fahren wir den Campingplatz „Villagio Baia del Sole“ in Marina di Ragusa an.

Die hohen Bäume sind im Hochsommer bestimmt ideale Schattenspender, momentan würden wir uns etwas mehr Sonne wünschen – aber wir bleiben ja nicht lange...

Anscheinend haben wir den Taubenschlafbaum erwischt – TIO ist am nächsten Morgen von vorne bis hinten zugesch... und Franjo muss mit reichlich Wasser den ganzen Taubendreck abwaschen – dann gibt uns der Chefe eine Plane zum Abdecken...

Nach der Ortsbesichtigung und einem fantastischen Eis auf der Piazza kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten ein und machen uns dann an die Arbeit: Kuchen backen, Brot backen, Brötchen backen, Wäsche trocknen und die Betten neu beziehen.

 

Eigentlich wollte ich noch das Stellplatz-WLAN nutzen um die Homepage zu aktualisieren, aber das ist zu lahm... da muss wieder der eigene Hotspot her.

Morgen geht's weiter...