Norwegen

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AKTUELLES UPDATE

27. Juni - 11. Juli 2019

Neues Land - neue Erlebnisse ... auf nach Norwegen

Fahrradtour durch die Kaltenkirchener Heide
Fahrradtour durch die Kaltenkirchener Heide

Ohne Mückenspray ins Seengebiet...

Da der Paketbote heute mit leerten Händen vor uns steht, müssen wir leider ohne den heiß ersehnten Mückenspray aufbrechen... Aber es wird in Norwegen bestimmt auch diverse Mittel gegen die Plagegeister geben.

Also... auf geht’s !!!

In 4 Fahrstunden erreichen wir über Dortmund, Münster und Osnabrück nach 307km Neuenkirchen-Vörden, wo die Firma SAWIKO-Fahrzeugzubehör einen großzügig parzellierten „Kundenstellplatz“ eingerichtet hat und sogar kostenfreien Strom zur Verfügung stellt.

 

Begleitet von den gut gelaunten Moderatoren und der fantastischen Musik des werbefreien Radiosenders NDR1 Niedersachsen, den wir seit dem letzten Ostseeurlaub fast ausschließlich hören, geht es am nächsten Tag weiter bis zur  Holsten-Therme in Kaltenkirchen  – ein idealer Ausgangspunkt für Wander- und Radtouren.

Aus dem Kaffeestopp wird eine Übernachtung und mit dem Rad erkunden wir die Kaltenkirchener Heide, einen ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr, der 2008 zum FFH-Gebiet erklärt wurde (Flora und Fauna Habitat) und seit 2015 zum nationalen Naturerbe gehört, was bedeutsame Wald- und Offenlandflächen mit hoher biologischer Vielfalt beinhaltet.

Eine neue Freundin für Jaron...

Am Spätnachmittag füllt sich der Stellplatz und neben uns parkt der Concorde von Familie Fischer aus Mainz ein, deren gelbe Dogge Lucy sofort auf Jaron zustürmt und ihn zum Spielen auffordert – da wird er heute Abend schön müde sein.

Fischers sind ebenfalls auf dem Weg nach Norden – vielleicht trifft man sich ja noch einmal, damit die Hunde ihr Spiel – und wir unsere nette Unterhaltung fortsetzen können... ?

Nach einem morgendlichen Schwätzchen und dem notwendigen Einkauf sind wir um 13.00h wieder auf der Piste. 

Im Flensburger Industriehafen an der Förde haben wir auf dem Weg nach Schweden schon einmal gestanden, aber diesmal ist das Wetter definitiv besser.

Unsere nachmittägliche Fahrradtour erfährt allerdings nach 5km einen jähen Zwischenstopp, als wir den Hundestrand entdecken und Jaron bei dieser Hitze erst einmal zu Wasser lassen. Danach schaffen wir es aber doch noch bis Glücksburg, bevor unser wohlverdientes Feierabendbier genossen werden kann. 

Am nächsten Tag wirbelt uns der Wind den Parkplatzstaub um die Ohren, so dass wir alle Fenster schließen und mit den Fahrrädern die Flucht ergreifen... zunächst Richtung Innenstadt, vorbei am Museumshafen, auf die dänische Grenze zu.

Auf dem Rückweg gibt es noch ein Eis in der Fußgängerzone und der Rest des Nachmittags wird am Hundestrand im Sand verbracht. 

Auf der Suche...

Irgendwo ist gestern nach der Fahrradtour der Autoschlüssel deponiert worden... Aber wo ???

Das ganze Fahrzeug wird auf den Kopf gestellt - nichts !!      Verloren?? Stecken gelassen?? Geklaut??

Vorsorglich informiert Franjo das Fundbüro - immer die beste Methode, um verlorene Sachen wieder auftauchen zu lassen. 

Mit dem Ersatzschlüssel fahren wir weiter - und siehe da: Auf der Suche nach der Wasserflasche finde ich ihn - ganz unschuldig vor meinem Sitz liegend...

Also - auf nach Dänemark.

Der Übernachtungsplatz in Aarhus liegt in der Nähe des kleinen Hafens und trotz des starken Windes ist die Nacht relativ ungestört.

Es bläst nicht schlecht auf der Fahrt nach Grenaa... das könnte ja heiter werden, aber die Wellen sind erstaunlich klein und die Überfahrt nach Varberg verläuft ruhig - trotzdem sind wir nach den 4 1/2 Stunden wie gerädert und fahren nur noch bis Bua.

Den Stellplatz am Hafen kennen wir noch, aber etwas weiter liegt ein gemütlicher, kleiner Wiesenparkplatz mit Blick auf den Batafjorden - der gefällt uns noch besser ;-)

Über die Svinesundbrücke nach Norwegen

Die alte Svinesundbrücke
Die alte Svinesundbrücke

Vorbei an Göteborg und Kragenas können wir uns nun entscheiden, ob wir über die neue, oder die alte Svinesundbrücke nach Norwegen einreisen. Maut muss auf beiden Strecken gezahlt werden. Oberhalb der Straße sind Kameras angebracht, mit deren Hilfe die Fahrzeuge identifiziert werden. 1-3 Monate später bekommt man eine Rechnung zugeschickt. Wir sind gespannt, was da zusammenkommt ;-) 

 

Oslo auf die Schnelle...

Wer als Sportbegeisterter nach Oslo kommt, muss natürlich zum Holmenkollen. Die Skisprungschanze gilt als älteste Sprungschanze der Welt. Etliche Wintersport-Anlagen - neben dem Biathlon-Areal auch Langlauf- und Sommerski-Loipen sowie Mountainbike Downhill-Pisten. - sind hier oben zu finden. Dementsprechend groß ist der Andrang - neben den Sportbegeisterten bevölkern auch Touristen aus etlichen Busladungen das Stadion und die Schanze. 

Wir haben aber zunächst ein anderes Problem: Beim Auffahren auf die Keile bemerke ich Tio´s Plattfuß hinten rechts, der zuvor wegen der Zwillingsbereifung nicht aufgefallen ist. Das heißt, dass wir uns morgen zunächst einmal nach einer Werkstatt umsehen müssen. 

Der erste Plattfuß in Tio´s Laufbahn ;-)

Der Inhaber der 2. Werkstatt, die wir auf gut Glück anfahren, hat erst am Nachmittag Zeit, empfiehlt uns aber einen Reifenservice gleich um die Ecke, wo wir zunächst einen starken Kaffee bekommen, bevor das Problem - ein poröses Ventil - fachmännisch gelöst wird.

Bei diesem herrlichen Wetter haben wir jetzt keine Lust mehr, uns mit Jaron durch die vollen Straßen Oslos zu quälen, zumal das Wochenende vor der Tür steht. 

Drammen
Drammen

Wir verschieben die Stadtbesichtigung auf die Rückfahrt und rollen weiter Richtung Bergen. Ein kleiner Schlenker über Sundhaugen bringt uns zu einem wunderschönen Badplatz und das klare Wasser des Eikeren verlockt zu einem kurzen Bad - mit der Betonung auf KURZ, denn das Wasser ist sooo kalt, dass es auch die kälteresistenten Norweger nicht lange aushalten. 

Norwegens Stabkirchen

Aber ein bisschen Kultur muss heute doch noch sein, und so kommt die Stabkirche in Heddal gerade recht. Mit 20m Länge und einer Höhe von 26m ist sie die größte Stabkirche Norwegens, ruhend auf 12 tragenden Masten, den sogenannten „Stäben“. Das harzreiche Kiefernholz wird zum Schutz gegen Fäulnis regelmäßig nach mittelalterlichem Vorbild geteert (nicht gefedert...!) Leider ist die Kirche heute nicht geöffnet, so dass uns die Wandmalereien und das Inventar aus dem 12. Jhdt. entgehen.

Am Sundkilen See in Kviteseid wird das Nachtlager aufgeschlagen. 

Im Camperkontakt ist dieser Platz noch als kostenlos eingetragen... Wir bezahlen 150 NOK (15,50€) ohne alles - und bei der Bäckerei 35 NOK für 3 Brötchen - umgerechnet 1,20€ / Brötchen... ich glaube, ich backe wieder selber.

In Roldal steht die nächste Stabkirche, erbaut um 1250 n.Ch. Der Regen hat aufgehört und aus den Wäldern hinter der Kirche steigen Nebelschwaden auf, ein mystischer Anblick.

Wasser ohne Ende...

Das nächste Highlight liegt direkt an der Straße: Der Låtefossen - ein 165m hoher Zwillingswasserfall, der den westlichen Abfluss des Hardangervidda bildet

(wieso muss ich da jetzt an die Handarbeiten meiner Schwiegermutter denken ??).

 

In Odda endet der Sorfjord, ein knapp 40km langer Seitenarm des Hardangerfjordes. An seiner Ostküste fahren wir nordwärts und genießen die fantastische Aussicht auf die klare Wasserfläche und die vielen Kaskaden auf der gegenüberliegenden Seite. 

In der kleinen Bucht von Kinsarvik findet sich für uns ein Parkplatz am Fähranleger, wo schon einige Reisemobile stehen. Um eine ruhige Nacht zu haben, müssen die Schlafzimmerfenster komplett verdunkelt werden, denn die Sonne geht erst um 22.56h unter - dafür aber um 4.18h schon wieder auf.

Die Nächte werden demnächst aber noch kürzer werden...

Tunnel mit Kreisverkehr ???

Hardangerbrücke
Hardangerbrücke

Die Norweger sind für uns unbestreitbar die Weltmeister im Tunnelbau. 

Über die Hardanger Hängebrücke, mit einer Spannweite von 1310m, überqueren wir den gleichnamigen Fjord nach Norden. Direkt hinter der Brücke beginnt der 7,7km lange Vallavik-Tunnel - bisher unser 2. Tunnel mit Kreisverkehr (Der 1. Tunnel endet unmittelbar vor der Brücke).

Hinter Hara gibt es einen Tunnel, der sich durch den Berg in die Höhe schraubt und sich in einer 360° Schleife selber „überfährt“. 

Norwegen plant sogar, einen 1,7km langen Schiffstunnel durch die Halbinsel Stadlandet zu bauen, um die, an dieser Stelle besonders gefährliche, offene See mit Riffen und Untiefen zu umgehen. 

Auf alle Fälle verlief die heutige 150km lange Strecke bis Bergen mindestens zur Hälfte unterirdisch ;-), was nicht weiter schlimm war, denn über der Erde gab es (leider) außer Regen und Nebel nicht viel zu sehen. 

Im Süden Bergens liegen 2 Stellplätze für Wohnmobile mit direkter Straßenbahn-Anbindung. Wir richten uns ein und hoffen, dass das Wetter morgen besser wird.

Bergen - Bryggen

Fischmarkt in Bryggen
Fischmarkt in Bryggen

Mit der Straßenbahn fahren wir bis zur Endstation Bybanen und laufen am Fischmarkt vorbei bis Bryggen, den ehemaligen Handelskontoren der Hanse in Bergen, welche die ganze Ostseite der Vågen-Bucht einnehmen. 

Seit 1979 steht das Hanseviertel Bryggen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und gilt mit seinen bunten Holzhäusern, die an der alten Landungsbrücke stehen, als bedeutendste historische Sehenswürdigkeit in Bergen. 

Hinauf zum Floyen

Blick vom Floyen auf Bergen
Blick vom Floyen auf Bergen

Das Wetter ist diesig und der Ulriken - höchster Berg um Bergen - liegt im Nebel, aber der Floyen ist frei, so dass wir uns in die Schlange vor den Fløibanen einreihen und mit der Standseilbahn hinauf fahren. Trotz des bewölkten Himmels ist die Aussicht grandios. 

Auf dem Rückweg lockt der Fischmarkt mit seinen Spezialitäten und für die Weiterfahrt kaufen wir uns geräuchertes Walfleisch vom Minkwal. 

Auf der E16 geht es zurück nach Voss und dann weiter nach Norden zum Aurlandsfjord.

Von nun an geht´s bergauf...

Stegastein - Aussichtsplattform über dem Auslandsfjord
Stegastein - Aussichtsplattform über dem Auslandsfjord

Von Aurland führt ein 24km langer Tunnel unter dem Blåskavlen-Gletscher nach Lærdal, aber wir bevorzugen die Panoramastraße, die hinaufführt zum Stegastein. Auf 640m über Meeresniveau wurde 2006 diese 30m lange Aussichtsrampe gebaut, die einen grandiosen Ausblick über den Aurlandsfjord bietet. 

Wir folgen der nun etwas breiter werdenden Panoramastraße bis Lærdal. Gelegentlich kommen uns größere Fahrzeuge entgegen, aber bei vorausschauender Fahrweise erwischt immer einer von uns eine der Ausweichen, so dass wir gut vorankämen... gäbe es die Foto-Stopps nicht.

Immer wieder lockt ein See, Berg oder Wasserfall zum Halten und fotografieren.

Lachsköder
Lachsköder

Das Norwegische Wildlachszentrum „Norsk Villakssenter“ in Lærdal informiert sehr interessant über das Leben der Lachse. Vom 20m langen Aquarium besteht ein direkter Zugang zum Lærdalselva, einem der bekanntesten Lachsflüsse Norwegens. In der Ausstellung sind u.a. die sehr kunstvoll und zeitaufwändig gebundenen Köder zu bewundern.

9km nördlich von Lærdal setzen wir dann mit der Fähre über. In Sogndal schwenken wir auf die 55 weiter nach Norden, vorbei am Sogndalfjord, dem längsten und tiefsten Fjord Norwegens. Am Lustrafjord beenden wir unseren Tag auf einem Rastplatz.

Frühstück am Lustrafjord
Frühstück am Lustrafjord

Frühstück mit Aussicht...

Am nächsten Morgen reserviert Franjo als Erstes einen der 3 Picknicktische am See für unser Frühstück. Das Wetter könnte besser nicht sein und wir lassen uns reichlich Zeit, bevor es um die Mittagszeit weiter geht.

In die Höhe... über die Fjellets...

Sognefjellet - Drohnenansicht
Sognefjellet - Drohnenansicht

In der skandinavischen Geographie werden alle nordischen Gebirge mit eiszeitlicher Prägung als Fjell bezeichnet. Ökologisch betrachtet sind dies die Hochflächen (Bergtundra) oberhalb der Nadelwaldgrenze.

 

Wir folgen dem Fjord bis Skjolden, bevor sich die Panoramastraße nach Lom über Dutzende Serpentinen in die Höhe schraubt. Das Sognefjellet liegt auf einem Plateau zwischen 1000 und 1400m und führt vorbei an Gletschern, glasklaren Bergseen und Wasserfällen. 

Durch jeden Gebirgsspalt tost das Wasser in die Tiefe, die Luft ist klar und die Sicht reicht bis zur nächsten Bergkette. Es ist atemberaubend !!

Die Stabkirche in Lom aus dem 12. Jhdt. ist geteert und von der Sonne beschienen riecht das Holz sehr intensiv. Auf der Wiesenfläche mit dem kleinen Friedhof findet man noch viele alte Grabsteine, z.T. schon verwittert, oder ein zweites Mal benutzt...

 

Von Lom aus führt uns die 15 westwärts - immer an der Otta entlang. Kurz nach Rollfoss geht eine geschotterte Piste hinauf zu einem kleinen Wanderparkplatz. 

Die Sonne steht um 18.00h noch hoch am Himmel, hinter uns rauschen zwei Wasserfälle - wir setzen die Stühle vor´s Auto... So kann es bleiben !!!

Wasser marsch...

Die Wasserfälle der Torda, die hinter Tio tosen, reizen uns zu einer Wanderung.

Knapp unterhalb der Baumgrenze laufen wir durch niedrige Vegetation und ein Meer von Blaubeersträuchern talwärts, queren eine Stockbrücke - so genannt, weil der Abstand zwischen den Brückenköpfen die Länge eines Baumstammes/Baumstockes hat - und steigen auf der anderen Seite durch lichte Birkenwälder wieder steil bergan, bis wir die Steinbrua erreichen. Hier ermöglicht lediglich ein riesiger Felsbrocken, der während der letzten Eiszeit in der Schlucht stecken geblieben ist, den Übergang auf die andere Seite. An zwei Stellen müssen wir Jaron ein wenig helfen - es ist zu hoch und der Fels zu rutschig für seine Krallen, aber er meistert die Tour trotz seiner 11 Jahre mit Bravour. 

Da der Stellplatz traumhaft liegt, werden wir noch einen Tag dranhängen. 

Und morgen geht´s zum Geirangerfjord...