Norwegen

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27. Juni - 11. Juli 2019

Neues Land - neue Erlebnisse ... auf nach Norwegen

Fahrradtour durch die Kaltenkirchener Heide
Fahrradtour durch die Kaltenkirchener Heide

Ohne Mückenspray ins Seengebiet...

Da der Paketbote heute mit leerten Händen vor uns steht, müssen wir leider ohne den heiß ersehnten Mückenspray aufbrechen... Aber es wird in Norwegen bestimmt auch diverse Mittel gegen die Plagegeister geben.

Also... auf geht’s !!!

In 4 Fahrstunden erreichen wir über Dortmund, Münster und Osnabrück nach 307km Neuenkirchen-Vörden, wo die Firma SAWIKO-Fahrzeugzubehör einen großzügig parzellierten „Kundenstellplatz“ eingerichtet hat und sogar kostenfreien Strom zur Verfügung stellt.

 

Begleitet von den gut gelaunten Moderatoren und der fantastischen Musik des werbefreien Radiosenders NDR1 Niedersachsen, den wir seit dem letzten Ostseeurlaub fast ausschließlich hören, geht es am nächsten Tag weiter bis zur  Holsten-Therme in Kaltenkirchen  – ein idealer Ausgangspunkt für Wander- und Radtouren.

Aus dem Kaffeestopp wird eine Übernachtung und mit dem Rad erkunden wir die Kaltenkirchener Heide, einen ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr, der 2008 zum FFH-Gebiet erklärt wurde (Flora und Fauna Habitat) und seit 2015 zum nationalen Naturerbe gehört, was bedeutsame Wald- und Offenlandflächen mit hoher biologischer Vielfalt beinhaltet.

Eine neue Freundin für Jaron...

Am Spätnachmittag füllt sich der Stellplatz und neben uns parkt der Concorde von Familie Fischer aus Mainz ein, deren gelbe Dogge Lucy sofort auf Jaron zustürmt und ihn zum Spielen auffordert – da wird er heute Abend schön müde sein.

Fischers sind ebenfalls auf dem Weg nach Norden – vielleicht trifft man sich ja noch einmal, damit die Hunde ihr Spiel – und wir unsere nette Unterhaltung fortsetzen können... ?

Nach einem morgendlichen Schwätzchen und dem notwendigen Einkauf sind wir um 13.00h wieder auf der Piste. 

Im Flensburger Industriehafen an der Förde haben wir auf dem Weg nach Schweden schon einmal gestanden, aber diesmal ist das Wetter definitiv besser.

Unsere nachmittägliche Fahrradtour erfährt allerdings nach 5km einen jähen Zwischenstopp, als wir den Hundestrand entdecken und Jaron bei dieser Hitze erst einmal zu Wasser lassen. Danach schaffen wir es aber doch noch bis Glücksburg, bevor unser wohlverdientes Feierabendbier genossen werden kann. 

Am nächsten Tag wirbelt uns der Wind den Parkplatzstaub um die Ohren, so dass wir alle Fenster schließen und mit den Fahrrädern die Flucht ergreifen... zunächst Richtung Innenstadt, vorbei am Museumshafen, auf die dänische Grenze zu.

Auf dem Rückweg gibt es noch ein Eis in der Fußgängerzone und der Rest des Nachmittags wird am Hundestrand im Sand verbracht. 

Auf der Suche...

Irgendwo ist gestern nach der Fahrradtour der Autoschlüssel deponiert worden... Aber wo ???

Das ganze Fahrzeug wird auf den Kopf gestellt - nichts !!      Verloren?? Stecken gelassen?? Geklaut??

Vorsorglich informiert Franjo das Fundbüro - immer die beste Methode, um verlorene Sachen wieder auftauchen zu lassen. 

Mit dem Ersatzschlüssel fahren wir weiter - und siehe da: Auf der Suche nach der Wasserflasche finde ich ihn - ganz unschuldig vor meinem Sitz liegend...

Also - auf nach Dänemark.

Der Übernachtungsplatz in Aarhus liegt in der Nähe des kleinen Hafens und trotz des starken Windes ist die Nacht relativ ungestört.

Es bläst nicht schlecht auf der Fahrt nach Grenaa... das könnte ja heiter werden, aber die Wellen sind erstaunlich klein und die Überfahrt nach Varberg verläuft ruhig - trotzdem sind wir nach den 4 1/2 Stunden wie gerädert und fahren nur noch bis Bua.

Den Stellplatz am Hafen kennen wir noch, aber etwas weiter liegt ein gemütlicher, kleiner Wiesenparkplatz mit Blick auf den Batafjorden - der gefällt uns noch besser ;-)

Über die Svinesundbrücke nach Norwegen

Die alte Svinesundbrücke
Die alte Svinesundbrücke

Vorbei an Göteborg und Kragenas können wir uns nun entscheiden, ob wir über die neue, oder die alte Svinesundbrücke nach Norwegen einreisen. Maut muss auf beiden Strecken gezahlt werden. Oberhalb der Straße sind Kameras angebracht, mit deren Hilfe die Fahrzeuge identifiziert werden. 1-3 Monate später bekommt man eine Rechnung zugeschickt. Wir sind gespannt, was da zusammenkommt ;-) 

 

Oslo auf die Schnelle...

Wer als Sportbegeisterter nach Oslo kommt, muss natürlich zum Holmenkollen. Die Skisprungschanze gilt als älteste Sprungschanze der Welt. Etliche Wintersport-Anlagen - neben dem Biathlon-Areal auch Langlauf- und Sommerski-Loipen sowie Mountainbike Downhill-Pisten. - sind hier oben zu finden. Dementsprechend groß ist der Andrang - neben den Sportbegeisterten bevölkern auch Touristen aus etlichen Busladungen das Stadion und die Schanze. 

Wir haben aber zunächst ein anderes Problem: Beim Auffahren auf die Keile bemerke ich Tio´s Plattfuß hinten rechts, der zuvor wegen der Zwillingsbereifung nicht aufgefallen ist. Das heißt, dass wir uns morgen zunächst einmal nach einer Werkstatt umsehen müssen. 

Der erste Plattfuß in Tio´s Laufbahn ;-)

Der Inhaber der 2. Werkstatt, die wir auf gut Glück anfahren, hat erst am Nachmittag Zeit, empfiehlt uns aber einen Reifenservice gleich um die Ecke, wo wir zunächst einen starken Kaffee bekommen, bevor das Problem - ein poröses Ventil - fachmännisch gelöst wird.

Bei diesem herrlichen Wetter haben wir jetzt keine Lust mehr, uns mit Jaron durch die vollen Straßen Oslos zu quälen, zumal das Wochenende vor der Tür steht. 

Drammen
Drammen

Wir verschieben die Stadtbesichtigung auf die Rückfahrt und rollen weiter Richtung Bergen. Ein kleiner Schlenker über Sundhaugen bringt uns zu einem wunderschönen Badplatz und das klare Wasser des Eikeren verlockt zu einem kurzen Bad - mit der Betonung auf KURZ, denn das Wasser ist sooo kalt, dass es auch die kälteresistenten Norweger nicht lange aushalten. 

Norwegens Stabkirchen

Aber ein bisschen Kultur muss heute doch noch sein, und so kommt die Stabkirche in Heddal gerade recht. Mit 20m Länge und einer Höhe von 26m ist sie die größte Stabkirche Norwegens, ruhend auf 12 tragenden Masten, den sogenannten „Stäben“. Das harzreiche Kiefernholz wird zum Schutz gegen Fäulnis regelmäßig nach mittelalterlichem Vorbild geteert (nicht gefedert...!) Leider ist die Kirche heute nicht geöffnet, so dass uns die Wandmalereien und das Inventar aus dem 12. Jhdt. entgehen.

Am Sundkilen See in Kviteseid wird das Nachtlager aufgeschlagen. 

Im Camperkontakt ist dieser Platz noch als kostenlos eingetragen... Wir bezahlen 150 NOK (15,50€) ohne alles - und bei der Bäckerei 35 NOK für 3 Brötchen - umgerechnet 1,20€ / Brötchen... ich glaube, ich backe wieder selber.

In Roldal steht die nächste Stabkirche, erbaut um 1250 n.Ch. Der Regen hat aufgehört und aus den Wäldern hinter der Kirche steigen Nebelschwaden auf, ein mystischer Anblick.

Wasser ohne Ende...

Das nächste Highlight liegt direkt an der Straße: Der Låtefossen - ein 165m hoher Zwillingswasserfall, der den westlichen Abfluss des Hardangervidda bildet

(wieso muss ich da jetzt an die Handarbeiten meiner Schwiegermutter denken ??).

 

In Odda endet der Sorfjord, ein knapp 40km langer Seitenarm des Hardangerfjordes. An seiner Ostküste fahren wir nordwärts und genießen die fantastische Aussicht auf die klare Wasserfläche und die vielen Kaskaden auf der gegenüberliegenden Seite. 

In der kleinen Bucht von Kinsarvik findet sich für uns ein Parkplatz am Fähranleger, wo schon einige Reisemobile stehen. Um eine ruhige Nacht zu haben, müssen die Schlafzimmerfenster komplett verdunkelt werden, denn die Sonne geht erst um 22.56h unter - dafür aber um 4.18h schon wieder auf.

Die Nächte werden demnächst aber noch kürzer werden...

Tunnel mit Kreisverkehr ???

Hardangerbrücke
Hardangerbrücke

Die Norweger sind für uns unbestreitbar die Weltmeister im Tunnelbau. 

Über die Hardanger Hängebrücke, mit einer Spannweite von 1310m, überqueren wir den gleichnamigen Fjord nach Norden. Direkt hinter der Brücke beginnt der 7,7km lange Vallavik-Tunnel - bisher unser 2. Tunnel mit Kreisverkehr (Der 1. Tunnel endet unmittelbar vor der Brücke).

Hinter Hara gibt es einen Tunnel, der sich durch den Berg in die Höhe schraubt und sich in einer 360° Schleife selber „überfährt“. 

Norwegen plant sogar, einen 1,7km langen Schiffstunnel durch die Halbinsel Stadlandet zu bauen, um die, an dieser Stelle besonders gefährliche, offene See mit Riffen und Untiefen zu umgehen. 

Auf alle Fälle verlief die heutige 150km lange Strecke bis Bergen mindestens zur Hälfte unterirdisch ;-), was nicht weiter schlimm war, denn über der Erde gab es (leider) außer Regen und Nebel nicht viel zu sehen. 

Im Süden Bergens liegen 2 Stellplätze für Wohnmobile mit direkter Straßenbahn-Anbindung. Wir richten uns ein und hoffen, dass das Wetter morgen besser wird.

Bergen - Bryggen

Fischmarkt in Bryggen
Fischmarkt in Bryggen

Mit der Straßenbahn fahren wir bis zur Endstation Bybanen und laufen am Fischmarkt vorbei bis Bryggen, den ehemaligen Handelskontoren der Hanse in Bergen, welche die ganze Ostseite der Vågen-Bucht einnehmen. 

Seit 1979 steht das Hanseviertel Bryggen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und gilt mit seinen bunten Holzhäusern, die an der alten Landungsbrücke stehen, als bedeutendste historische Sehenswürdigkeit in Bergen. 

Hinauf zum Floyen

Blick vom Floyen auf Bergen
Blick vom Floyen auf Bergen

Das Wetter ist diesig und der Ulriken - höchster Berg um Bergen - liegt im Nebel, aber der Floyen ist frei, so dass wir uns in die Schlange vor den Fløibanen einreihen und mit der Standseilbahn hinauf fahren. Trotz des bewölkten Himmels ist die Aussicht grandios. 

Auf dem Rückweg lockt der Fischmarkt mit seinen Spezialitäten und für die Weiterfahrt kaufen wir uns geräuchertes Walfleisch vom Minkwal. 

Auf der E16 geht es zurück nach Voss und dann weiter nach Norden zum Aurlandsfjord.

Von nun an geht´s bergauf...

Stegastein - Aussichtsplattform über dem Aurlandsfjord
Stegastein - Aussichtsplattform über dem Aurlandsfjord

Von Aurland führt ein 24km langer Tunnel unter dem Blåskavlen-Gletscher nach Lærdal, aber wir bevorzugen die Panoramastraße, die hinaufführt zum Stegastein. Auf 640m über Meeresniveau wurde 2006 diese 30m lange Aussichtsrampe gebaut, die einen grandiosen Ausblick über den Aurlandsfjord bietet. 

Wir folgen der nun etwas breiter werdenden Panoramastraße bis Lærdal. Gelegentlich kommen uns größere Fahrzeuge entgegen, aber bei vorausschauender Fahrweise erwischt immer einer von uns eine der Ausweichen, so dass wir gut vorankämen... gäbe es die Foto-Stopps nicht.

Immer wieder lockt ein See, Berg oder Wasserfall zum Halten und fotografieren.

Lachsköder
Lachsköder

Das Norwegische Wildlachszentrum „Norsk Villakssenter“ in Lærdal informiert sehr interessant über das Leben der Lachse. Vom 20m langen Aquarium besteht ein direkter Zugang zum Lærdalselva, einem der bekanntesten Lachsflüsse Norwegens. In der Ausstellung sind u.a. die sehr kunstvoll und zeitaufwändig gebundenen Köder zu bewundern.

9km nördlich von Lærdal setzen wir dann mit der Fähre über. In Sogndal schwenken wir auf die 55 weiter nach Norden, vorbei am Sogndalfjord, dem längsten und tiefsten Fjord Norwegens. Am Lustrafjord beenden wir unseren Tag auf einem Rastplatz.

Frühstück am Lustrafjord
Frühstück am Lustrafjord

Frühstück mit Aussicht...

Am nächsten Morgen reserviert Franjo als Erstes einen der 3 Picknicktische am See für unser Frühstück. Das Wetter könnte besser nicht sein und wir lassen uns reichlich Zeit, bevor es um die Mittagszeit weiter geht.

In die Höhe... über die Fjellets...

Sognefjellet - Drohnenansicht
Sognefjellet - Drohnenansicht

In der skandinavischen Geographie werden alle nordischen Gebirge mit eiszeitlicher Prägung als Fjell bezeichnet. Ökologisch betrachtet sind dies die Hochflächen (Bergtundra) oberhalb der Nadelwaldgrenze.

 

Wir folgen dem Fjord bis Skjolden, bevor sich die Panoramastraße nach Lom über Dutzende Serpentinen in die Höhe schraubt. Das Sognefjellet liegt auf einem Plateau zwischen 1000 und 1400m und führt vorbei an Gletschern, glasklaren Bergseen und Wasserfällen. 

Durch jeden Gebirgsspalt tost das Wasser in die Tiefe, die Luft ist klar und die Sicht reicht bis zur nächsten Bergkette. Es ist atemberaubend !!

Die Stabkirche in Lom aus dem 12. Jhdt. ist geteert und von der Sonne beschienen riecht das Holz sehr intensiv. Auf der Wiesenfläche mit dem kleinen Friedhof findet man noch viele alte Grabsteine, z.T. schon verwittert, oder ein zweites Mal benutzt...

 

Von Lom aus führt uns die 15 westwärts - immer an der Otta entlang. Kurz nach Rollfoss geht eine geschotterte Piste hinauf zu einem kleinen Wanderparkplatz. 

Die Sonne steht um 18.00h noch hoch am Himmel, hinter uns rauschen zwei Wasserfälle - wir setzen die Stühle vor´s Auto... So kann es bleiben !!!

Wasser marsch...

Die Wasserfälle der Torda, die hinter Tio tosen, reizen uns zu einer Wanderung.

Knapp unterhalb der Baumgrenze laufen wir durch niedrige Vegetation und ein Meer von Blaubeersträuchern talwärts, queren eine Stockbrücke - so genannt, weil der Abstand zwischen den Brückenköpfen die Länge eines Baumstammes/Baumstockes hat - und steigen auf der anderen Seite durch lichte Birkenwälder wieder steil bergan, bis wir die Steinbrua erreichen. Hier ermöglicht lediglich ein riesiger Felsbrocken, der während der letzten Eiszeit in der Schlucht stecken geblieben ist, den Übergang auf die andere Seite. An zwei Stellen müssen wir Jaron ein wenig helfen - es ist zu hoch und der Fels zu rutschig für seine Krallen, aber er meistert die Tour trotz seiner 11 Jahre mit Bravour. 

Da der Stellplatz traumhaft liegt, werden wir noch einen Tag dranhängen. 

Und morgen geht´s zum Geirangerfjord...


12. Juli 2019 - 23. Juli 2019

Nördlich des Polarkreises

Nach dem abgelegenen Platz auf der Billingen-Alm, den wir komplett für uns alleine hatten, überkommt uns beim Anblick des touristisch überlaufenen Geiranger ein leichter Anflug von Klaustrophobie. 

Die Einwohnerzahl steigt in den Sommermonaten um das 6-fache, über 100 Kreuzfahrtschiffe machen neben den Hurtigrouten hier Station und täglich laden Busse aus ganz Europa ihre Passagiere im Hafen ab. 

Tio bekommt den letzten Platz auf der Fähre nach Hellesylt. Die Fahrt durch den engen Fjord, mit  Aussicht auf dutzende Wasserfälle dauert eine gute Stunde.

HIER geht´s zum Video.

Von hier führt uns die Route wieder nach Norden, wo in Stranda die Fähre nach Gravaneset wartet. 

Wir folgen dem Fjord, biegen in Valldal auf die 63 nach Åndalsnes ab und fahren über den Trollstigen, der von der Passhöhe auf 850m bis Isterdal mit 11 Haarnadelkurven und einem Gefälle von 12% eine Höhendifferenz von 405m überwindet.

Oberhalb des Trollstigens sind, mit Laufstegen verbundene, über dem Abgrund hängende Aussichtsplattformen angebracht, die einen beeindruckenden Blick ins Tal, auf die Serpentinen und Wasserfälle bieten - für Leute mit Höhenangst allerdings absolut ungeeignet.

Den Eresfjorden überqueren wir mit der Fähre von Åfarnes nach Solsnes, fahren Richtung Molde einmal auf der Brücke über den Fannefjorden und einmal durch den Tunnel unten durch. 

Am frühen Nachmittag erreichen wir Bud, wo sich Petra und Uli - hanseatische Bekannte aus Portugal - mit Hund Albert schon den besten Platz am Strand gesichert haben. 

Der Abend wird, endlich mal wieder, mit Doppelkopfspielen verbracht, wobei ein Großteil der Zeit darauf verwendet wird, sich über die Regeln zu einigen ;-)

Am nächsten Morgen wollen Uli und Franjo ein Boot mieten und zum Angeln rausfahren. Wir Frauen werden mit den Hunden auf Bjørnsund „ausgesetzt“ und erkunden die Insel mit einem beschaulichen Dorf und einem gemütlichen Hafen, der regelmäßig von einer kleinen Fähre angefahren wird. 

Bei Kaffee und Pfannkuchen warten Petra und ich auf die Rückkehr der Männer und hoffen, dass sie einen guten Fang gemacht haben, damit das Abendessen nicht nur aus Salat besteht...

Glück gehabt, die Ausbeute kann sich sehen lassen - Seelachs und Köhler werden geteilt, und für uns sind 5 reichhaltige Mahlzeiten drin...

Angeln und Gammeln ...

War der gestrige Tag noch trocken, so lässt das Wetter heute zu Wünschen übrig - es nieselt von morgens bis abends - also Gammeln statt Angeln, Fotos sortieren und Wäsche waschen. Nachmittags werden wir von Petra und Uli in die „Geheimnisse“ des Domino eingeweiht. So bekommt man den Tag auch rum...

Mit 300NOK/Tag ist dies aber eindeutig unser bisher teuerster Stellplatz... Zeit zum Weiterfahren. 

Trondheim

Auf der Atlantikstraße, die 2005 zum norwegischen Baujahr des Jahrhunderts erklärt wurde, fahren  wir über Kristiansund und Orkanger nach Trondheim auf den Wohnmobilstellplatz am Oya-Stadion. 

Für eine Stadtbesichtigung liegt er ideal - über die Fußgängerbrücke auf die andere Seite der Nidelva und man ist mitten in der Stadt. 

Die Nidaros-Kathedrale, Trondheims Wahrzeichen und Nationalheiligtum wird ebenso besichtigt, wie die alte Stadtbrücke, eine ehemaligen Zugbrücke, mit ihren Holzornamenten. 

Die alten Speicherhäuser wurden liebevoll restauriert und beherbergen nun Eigentumswohnungen, die sich mit ihrer bunten Farbenpracht in der Nidelva spiegeln. 

Die Sonne steht noch hoch, obwohl es auf Mitternacht zugeht - keine normal übliche Zeit für Stadtbesichtigungen, aber hier ist alles anders. Trotzdem wird es Zeit, den langen Tag zu beenden - TIO wartet.

Wie kommen die Lachse da hoch ...???

Wir wollen „Strecke machen“, verlassen die Küste, folgen dem Trondheimfjord noch bis zum Ende und fahren entlang der Namsen nach Norden. In Trafors treffen wir auf den Vefsna, den größten Fluss im Fylke Nordland. 

20km weiter liegt der 17m hohe Laksforsen-Wasserfall. Angesichts der gewaltigen Wassermassen ist es  unvorstellbar, dass es die Lachse während ihrer Wanderung schaffen, dieses Hindernis zu überwinden. Erst die Drohnenaufnahmen zeigen uns, dass am linken Ufer eine Lachstreppe gebaut wurde, die größte in Norwegen, über welche die Lachse den oberen Flusslauf erreichen können. 

Angeln ist hier jedoch verboten, da die Fische von Ektoparasiten (Gyrodactylus solaris) befallen sind. 

Wie definiert man Polarkreis...?

In Mo i Rana muss nun die Entscheidung fallen, ob wir die 360km lange Küstenstraße incl. zwei Fährverbindungen nach Bodø nehmen, oder auf der E6 bleiben, die hier in weiten Teilen ausgebaut wird. Das hat die wichtigste Nord-Süd-Verbindung - der Arctic Highway - zum Teil  auch bitter nötig. Momentan scheinen aber fast alle Straßenarbeiter in Sommerferien zu sein - und Sinn für Humor haben sie auch...

In Mosjøen gibt es eine Tankstelle, die im Originalzustand von 1933 erhalten wurde...

Die muss natürlich auch begutachtet werden ;-)

Polarkreis ... hat nichts mit Kälte zu tun ;-)

In einer Höhe von 666m über dem Meer überfahren wir bei 66°33´N den Polarkreis, südlichster Breitengrad, auf dem die Sonne am 21. Juni (Mittsommernacht) nicht untergeht. 

Durch das „Taumeln“ der Erdachse verschiebt sich diese Position jedoch jährlich um 14,5km innerhalb einer 180km breiten Zone - - - wieder was gelernt...

Fischen in Fauske
Fischen in Fauske

Da unser Zeitfenster noch reichlich Spielraum bietet, beschließen wir, das Nordkap doch mit in unsere Reiseroute einzubeziehen. Das Wetter auf den Lofoten ist für die nächsten Tage schlechter gemeldet, als auf dem Nordkap, so dass wir zunächst den „Umweg“ über Hammerfest fahren.

Heute endet die Reise aber in Fauske, bei herrlichem Sonnenschein bis Mitternacht, aber stürmischem Wind, der TIO in der Nacht ordentlich durchschüttelt.

In der Nachbarschaft werden 3 Trucks zum Fotoshooting aufgestellt - sehr fantasievoll lackiert und auf Hochglanz poliert.

Die Jungs sind stolz wie Oscar, als Franjo fragt, ob er ebenfalls ein paar Fotos machen darf...

Geschafft - in den nächsten Wochen geht die Sonne nicht mehr unter...

Von Fauske führt die Strecke an Fjorden und Seen entlang. Viele Fischzuchtanlagen (Aquakulturanlagen) sind hier zu sehen. Wir müssen natürlich wieder mal die Drohne steigen lassen, um uns das näher anzusehen...

 

In Bognes gibt es dann zwei Fährverbindungen: Die erste führt nach Lødingen, auf die Lofoten, und die zweite überquert den Tysfjord und landet in Skarberget. 

Bognes - Stellplatz am Tysfjord
Bognes - Stellplatz am Tysfjord

Aber vorher ist mal wieder Zeit für ein Kaffeepäuschen...

Oberhalb von Bognes soll es einen schönen Stellplatz geben - den werden wir jetzt mal testen. 

Eine schmale Straße führt vorbei an kleinen bunten Ferienhäusern direkt an der Küste entlang. Nach 3km zweigt ein geschotterter Parkplatz ab... besser geht´s kaum!!!

Ein idyllischer Ort direkt am Tysfjord mit Blick auf die schneebedeckten Berge am gegenüber liegenden Ufer - gelegentlich tuckern die Fähren vorbei und ansonsten... Ruhe!!!

Dass dies nicht nur eine kurze Rast wird, könnt Ihr Euch wohl denken - und am Abend wird der Geburtstagssekt geköpft!!! 

Einen schöneren Platz hätten wir für diesen Anlass kaum finden können. Zudem ist dies der erste Ort auf unserer Reise, an dem die Sonne nicht untergeht - wir haben es also geschafft, stehen noch um Mitternacht am Ufer und schauen der Fähre nach, die im Sonnenlicht über das stille Wasser zieht... atemberaubend.

Fähre über den Tysfjord
Fähre über den Tysfjord

Nach einer halben Stunde hat uns die Fähre am nächsten Morgen auf der anderen Seite des Tysfjordes abgesetzt. Bis Bjerkvik sind es noch 100km und hier fällt nun die endgültige Entscheidung, zuerst zum Nordkap zu fahren, denn auf die Lofoten geht es gerade aus weiter...

Lyngenfjord
Lyngenfjord

Über Narvik erreichen wir den Lyngenfjord und finden einen geschotterten Parkplatz direkt am Wasser. Monique und Dennis aus den Niederlanden, die mit zwei Whippets unterwegs sind, kommen gerade vom Nordkap und hatten nur schlechtes Wetter - bei dichtestem Nebel konnten sie nur das Hinweisschild fotografieren, aber ansonsten vor lauter Nebel überhaupt nichts sehen und sind nach 2 Tagen zurückgefahren.

Wir hoffen, dass uns dieses Schicksal nicht ereilt...

Kurz vor Mitternacht verschwindet die Sonne kurz hinter den Bergen, der Himmel färbt sich glutrot - und kurz darauf lugt die Sonne wieder um die Ecke - ein Traum... man mag gar nicht ins Bett gehen.

Mit der absoluten Flaute am Morgen liegt eine unheimliche Stille über dem Fjord. Den meisten Lärm machen wir selber beim Kauen der Nüsse und Äpfel in unserem Müsli. Wenn heute morgen die 3. Tasse Kaffee getrunken wird, heißt das nur, dass wir keine Lust haben, aufzustehen und weiter zu fahren. 

In einiger Entfernung tummeln sich zwei Tümmlerschulen - immer wieder sieht man sie kurz aus dem Wasser auftauchen, oder hört ihre Atemgeräusche. 

Gegen Mittag heißt es dann doch Adieu - Monique und Dennis sind auf dem Weg zu den Lofoten und wir drücken die Daumen, dass sie dort mehr Glück mit dem Wetter haben. 

Für uns geht es weiter entlang des Lyngenfjordes - die Schönheit der Landschaft macht uns sprachlos: Das Blau des Fjordes, die Wälder, der glitzernde Schnee auf den Bergen, die Gletscher - zum Greifen nah - die bunten Häuser am Ufer, die Weite des Tales... man muss es erleben, es ist kaum  zu beschreiben - und noch weniger auf dem Foto festzuhalten. 

Elch-Alarm und Rentier-Herden

Es kommen immer häufiger Hinweisschilder auf Elche und Rentiere...

Den Elch haben wir bisher vergeblich gesucht, aber dafür stehen alle paar Kilometer die Rentiere auf der Straße ;-)

Am nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes ...

Bis zum Nordkap auf der Insel Magerøya sind es noch 180km. Dieses 300m hohe, steil aus dem Meer emporragende Schieferplateau liegt auf 71°10´16´´nördlicher Breite, ist aber nicht der nördlichste Punkt Europas. Im Sommer scheint hier 2 1/2 Monate lang die Mitternachtssonne, während sie im Winter ebenso lange nicht über den Horizont schaut. 

Wir haben bedingt Glück: Das Wetter ist klar, die Temperaturen angenehm, aber um Mitternacht schafft es die Sonne leider nicht bis unter die Wolken, die am Horizont noch einen schmalen, blauen Streifen frei lassen. 

Die horrenden Parkgebühren von umgerechnet 60,-€ (nur fürs Parken) vor dem Nordkap-Center verleiden uns allerdings eine weitere Nacht...

Die Nebeldecke, die sich am nächsten Morgen vom Meer her langsam in die Felsbuchten unterhalb des Plateaus schiebt, entschädigt aber für die entgangene Mitternachtssonne. Die Drohne darf in die Luft und liefert traumhafte Fotos. 

Gjesvær - Hafen
Gjesvær - Hafen

Am frühen Nachmittag kehren wir dem Nordkap den Rücken und suchen uns einen Platz, von dem aus wir evtl. eine zweite Chance für einen Blick auf die mitternächtliche Sonne bekommen. 

Der kleine Ort Gjesvæer liegt am Ende einer weiteren Halbinsel von Magerøya und bietet außer einem Fischerort mit malerischem Hafen auch Bootsausflüge ins Naturreservat Gjesværstappan, Seehundsafaris und Vogeltouren zu den kleinen, vorgelagerten Inseln. 

Am Ende einer schmalen Schotterstraße findet sich für TIO ein Wiesenplatz zwischen den Felsen, und für uns - hoffentlich - eine ungetrübte Aussicht auf die „Midnattssol“. 

Der Himmel verfärbt sich zwar einem Licht, das es wohl nur hier im Norden gibt, aber die Sonne bleibt hinter den Wolken versteckt. Noch eine Chance werden wir nicht bekommen, da sich das Wetter verschlechtern soll ...

Also - auf zu den Lofoten...

24. Juli - 05. August 2019

Von Hammerfest zu den Lofoten

Nach einem kurzen Stopp in Olderfjord (Station der Hurtigruten) fahren wir Richtung Hammerfest weiter. Unterwegs müssen wir höllisch aufpassen, dass wir nicht die Rentiere auf´s Korn nehmen, die - vollkommen unbeeindruckt vom Straßenverkehr  - mitten auf der Straße liegen. 

Zur Mittagspause erreichen wir einen Rastplatz, an dem die Samen ihre Produkte anbieten. Von Rentierfleisch über Mützen, Felltaschen, -schuhen und touristische Souvenirs ist alles dabei ;-)

 

Zurück im Städtchen fallen uns überall seltsame Fußabdrücke auf, denen wir interessiert folgen und schließlich vor dem „Isbjørnklubben“ landen. „The Royal and Ancient Polar Bear Society“ - oder Eisbärclub - wurde 1963 gegründet, um die Geschichte Hammerfests bekannt zu machen und das kleine Stadtmuseum zu finanzieren. Für eine einmalige Spende wird man Mitglied auf Lebenszeit und jedes Jahr am 3. Sonntag im Januar zur Jahreshauptversammlung eingeladen.

Für die Aufnahme im Klub ist aber eine persönliche Anwesenheit erforderlich - und das ist der Grund, weshalb Franjo jetzt Mitglied ist (das 272 741.) und Elvis Presley nicht ... ;-)

Der Hafen von Hammerfest, am Europäischen Eismeer, ist der wichtigste der West Finnmark und ganzjährig eisfrei. Der Ort selbst ist rech klein - keine 6000 Einwohner - und lebt von Tourismus, Fischfang und dem riesigen Erdgasvorkommen Snøhvit, das mit 193 Mrd. Kubikmetern noch die nächsten 25 Jahre angezapft werden kann. 

 

Wir steigen den Sikksakkveien empor zu einem Aussichtspunkt und können noch zusehen, wie die Hurtigrute den Hafen verlässt.

Was hat Franjo... und Elvis Presley nicht ???

Zurück im Städtchen fallen uns überall seltsame Fußabdrücke auf, denen wir interessiert folgen und schließlich vor dem „Isbjørnklubben“ landen. „The Royal and Ancient Polar Bear Society“ - oder Eisbärclub - wurde 1963 gegründet, um die Geschichte Hammerfests bekannt zu machen und das kleine Stadtmuseum zu finanzieren. Für eine einmalige Spende wird man Mitglied auf Lebenszeit und jedes Jahr am 3. Sonntag im Januar zur Jahreshauptversammlung eingeladen.

Für die Aufnahme im Klub ist aber eine persönliche Anwesenheit erforderlich - und das ist der Grund, weshalb Franjo jetzt Mitglied ist (das 272 741.) und Elvis Presley nicht ... ;-)

Wo ist Hvaldimir ???

Der Beluga Hvaldimir, Maskottchen von Hammerfest und seit über 3 Monaten beständiger Gast in der Bucht, hat Reißaus genommen. Das einwöchige Stadtfest war ihm anscheinend zu laut, so dass er „in Urlaub“ geschwommen ist, aber auf seinem Facebook-Account „hvaldimir hammerfest“ kann man über regelmäßige Updates seinen Standort verfolgen. Schade...

Das Wetter spielt heute auch nicht mit: 12°C, Regen und Wind - aber die 40°C in Deutschland sind auch keine akzeptable Alternative. 

Wir packen zusammen und starten Richtung Süden... wohin sonst??

Schon ab Alta ist der Himmel wieder wolkenlos und die Temperaturen pendeln sich im 20°C - Bereich ein. 

Die „Nordlichtkathedrale Alta“ bietet durch ihre Betonbauweise und die Außenverkleidung mit Titanplatten ein ungewohntes, modernes Design.

Eintritt 50 NOK/Person.

Altafjord
Altafjord

Am Ende des Altafjordes liegt die Mündung des Bognelv, der erst einige Kilometer oberhalb als blubbernde Quelle an die Oberfläche tritt. Wir stellen TIO ab und wandern durch ein steiles Birkenwäldchen hinauf. So kommt Jaron noch zu einem Süßwasserbad - und wir zu unserer Bewegung nach der langen Fahrt. 

Der heutige Tag endet am Sandnesfjord... eine kleine Schotterstraße führt hinunter zu ein paar Feuerstellen am Strand. Rein theoretisch könnte man auch von hier aus noch die Mitternachtssonne beobachten - rein praktisch verdeckt aber wieder mal eine Wolkenschicht den Horizont. 

Es soll wohl nicht sein...

Bis Moen fahren wir nun auf der E6 den gleichen Weg zurück und schwenken dann auf die 855 nach Senja, wo momentan das bessere Wetter ist. Gegen den Uhrzeigersinn wird die Insel erkundet und wo es uns gefällt, bleiben wir stehen. 

Mit viel Fantasie sieht Senja aus wie eine Hand, die (etwas mehr als) ihre 5 verkrüppelten Finger ins Meer streckt. 

Husøy entspricht einer Warze an einem der Finger. Das winzige Eiland ist über eine Brücke erreichbar und besteht lediglich aus einem kleinen Fischerhafen und ein paar Häusern mit Supermarkt, Schule, Sportplatz und Kapelle.

Zwischen zwei weiteren „Fingern“ liegt Mefjordbotn - mit einer verlassenen Mole, ausgestattet mit Picknicktischen, Dixi-Klo und einem Steg, um die Köder mal wieder zu baden - hunderte Fische tummeln sich im Wasser - leider nicht in der passenden Größe...

Von der Panoramastraße, die Senja durchzieht, zweigen immer wieder schmale Wege ab, die in die „Fingerspitzen“ führen. 

Mefjordvær ist einer dieser Orte. Von dem kleinen Parkplatz oberhalb der letzten Häuser wandern wir hinauf zum Hausberg und werden mit einem atemberaubenden Blick auf den Fjord und die gezackte Bergkette belohnt, in deren Mulden sich immer noch hartnäckige Schneereste halten. 

Wir finden sogar die seltenen Moltebeeren - ein bekanntes und wirksames Heilkraut gegen Kreislaufbeschwerden, als Antibiotikum, oder bei Verbrennungen - und sehr lecker (und teuer) als Marmelade.

 

Der nächste Fotostopp - Tungeneset - ist auf den ersten Blick eher unspektakulär: Ein Parkplatz und eine Holzrampe, die ans Wasser hinunterführt... 

Die vor langer, langer Zeit vom Eis glattpolierten Felsen, von der Brandung umspült, reizen dann aber doch zu einer Fotosession.

Würde die Mitternachtssonne noch über dem Horizont stehen, könnte man sie heute gut beobachten - aber leider verschwindet sie auf diesem Breitengrad schon wieder für 2 Stunden im Meer.

Unterwegs nach Gryllefjord
Unterwegs nach Gryllefjord

Nach zwei Tagen am Strand in Skaland erreichen wir über die Panoramastraße den Gryllefjord und entscheiden kurzfristig, von dort mit der Fähre auf die Vesterålen überzusetzen. 

Die Vesterålen schließen nordöstlich an die Lofoten an - die Landschaft ist abwechslungsreich, aber nicht so spektakulär. Es gibt Fjorde, Schären, Flüsse und Seen, Moore, einsame Gebirgstäler und kleine Hochebenen. 

Nach zweistündiger Fahrt wird der nördlichste Punkt der Insel Andøya - Andenes - erreicht und der Parkplatz am Leuchtturm für die Nacht auserkoren. 

In Tiefen bis zu 1000m befindet sich hier, vor der Küste, das Jagdrevier der Pottwale. Die Walsafaris erfahren regen touristischen Zulauf, aber wir sind überzeugt, dass unsere Erlebnisse auf Valdés nicht zu toppen sind und verzichten. 

Unser erster Elch...

Urplötzlich - und ohne Vorankündigung der Elch-Alarm-Schilder steht auf einmal ein junger Elch am Straßenrand. 

Zum Glück liegt die Kamera einsatzbereit in meinem Schoß.

2 Sekunden - mehr gibt er mir nicht,

dann verschwindet er mit federnden Trabtritten auf der anderen Straßenseite im Wald.  

Mein guter Freund Peter hat gesagt, beim Trab heißt es Tritte, beim Schreiten sind es Schritte - und beim Galopp Sprünge.

Lieben Dank dafür ;-)

Auf alle Fälle wäre manches Pferd auf diese federnde Gangart neidisch ...

In Sortland verlassen wir Hinnøya und erkunden zunächst die Insel Langøya. An der Ostküste des Steinlandsfjords führt uns die Straße nach Norden. Oberhalb von Myre liegt ein kleiner Wanderparkplatz, ideal für die Nacht. 

15km schmale Küstenstraße - überwiegend geschottert - und wir erreichen Nyksund, ein Fischerdorf mit 15 Einwohnern und bunten Häusern, die sich in eine kleine Bucht zwängen. 

Im Rahmen eines Projektes wurden etliche Gebäude seit 1985 von Studenten der TU Berlin instand gesetzt und während der Sommermonate bewohnt - wozu eine gehörige Portion Idealismus gehören muss ;-)

Zum Nachbarort Stø gibt es einen Wanderweg, den Königin Sonja 1994 gegangen ist... deshalb „Königinnenweg“ !!!

Nach einer kurzen Dorfbesichtigung suchen wir den Einstieg der Route... gar nicht so einfach, denn es handelt sich lediglich um einen knapp fußbreiten Pfad, der kaum erkennbar zunächst entlang der Küste und dann durch Heidekrauthänge in die Höhe führt. Teilweise steinig und steil muss ich Jaron gelegentlich helfen, aber er schlägt sich tapfer. Zu unserem Glück zeigt sich die Sonne erst NACH der Wanderung wieder.

Von den Vesterålen zu den Lofoten

Raftsundbrua
Raftsundbrua

Nun aber zu den Lofoten.

Über die Brücke in Sortland zurück und dann südwärts Richtung Leknes. 

Kurz vor der Raftsundbrua, welche die Versterålen mit den Lofoten verbindet, sehe ich aus dem Augenwinkel den idealen Übernachtungsplatz abseits der Straße und mit fantastischem Blick auf den Innerfjorden - und ganz für uns alleine!!! Aber nur für kurze Zeit, dann stehen 5 weitere Fahrzeuge neben uns -

es wäre ja auch zu schön gewesen ;-)

Badetag mit Folgen ...

Kurz vor Svolvær sehe ich, wie sich ein Gezeitenstrom unter der Brücke hindurch in den Husvågen ergießt. Durch die Strömungen und Strudel werden Plankton und Fische mitgeschwemmt und entsprechend viele Angler stehen hier und versuchen ihr Glück. Das ist unsere Chance das Eisfach wieder aufzufüllen...

Franjo will die Angel holen, kommt aber fluchend zurück - Wasser im Zwischenboden... und nicht zu knapp. Alles muss ausgeräumt werden, einige Boxen stehen sogar unter Wasser. Schuhe sind nass, die Grillkohle ist nicht mehr zu gebrauchen, Kartons durchweicht, ...

Wir breiten Handtücher aus und suchen die Ursache - - - ein abgebrochenes T-Stück der Abwasserleitung aus der Duschwanne. Gestern war Badetag ...

Nun ja, statt frischem Fisch haben wir nun zumindest wieder eine saubere Garage ;-)

Die Lust auf´s Angeln ist uns für heute vergangen.

Lofotenkathedrale in Kabelvåg
Lofotenkathedrale in Kabelvåg

Die „Lofotenkathedrale“ in Kabelvåg (größte Holzkirche nördlich von Trondheim - je nachdem, wie man es definiert, ist es immer ein Superlativ ...) erfährt nur einen kurzen Zwischenstopp, dann geht es weiter nach Henningsvær.

Dieses urtümliche Fischerdorf verteilt sich an der Südspitze von Austvågøy auf zwei kleinen, vorgelagerten Inselchen und ist nur über zwei Brücken oder per Schiff erreichbar. Leider ist es zudem ein sehr beliebtes Touristenziel und sämtliche Parkplätze und Ausweichbuchten der Zufahrtsstraße sind (es ist Samstag) von wander- und campingbegeisterten Touristen und Norwegern zugestellt. 

Postkartenidylle

Wer würde auf den Lofoten Sandstrände und türkisblaues Wasser vermuten? Und wo wir schon dabei sind: Welcher Maler käme auf die Idee, eben jene intensive Farbe mit dem Falunrot der Häuser und lilafarbenem Blutweiderich kräftig zu mischen? Das ist doch kitschiger als jede Postkarte!!! Aber eine Augenweide, es in Natura zu erleben. Aufgrund der massenhaften Verbreitung des Blutweiderichs ist uns schon der Gedanke gekommen, es könne sich um die Nationalblume der Norweger handeln. Wenn wir in Chile durch ein Meer von Lupinen gefahren sind, so ist es hier diese intensiv lila blühende Sommerstaude, die überall in Massen anzutreffen ist. 

Nach einem Schlenker über Stamsund fahren wir kurz hinter Leknes durch den Tunnel auf die vorletzte Lofoteninsel Flakstadøy, an deren nördlichem Ende wir unser Nachtlager aufschlagen.

Die letzte Etappe bis Å i Lofoten ist nochmal gespickt mit traumhaft schönen Panoramen und attraktiven Fotomotiven. Wir machen Station in Hamnøya und Reine, wo sich die bunten Häuser idyllisch in den Hafen schmiegen und die Trocknungsgestelle für den Stockfisch - Tørrfiskgestelles - eine tausendjährige Geschichte erzählen können. 

 

Å - letzter Buchstabe, kürzester Ortsname, Ende der Lofoten

Im Tørrfiskmuseum von Å (letzter Buchstabe im norwegischen Alphabet)

wird die richtige Trocknung erläutert, sowie die 18 Güteklassen und die Qualitätsansprüche an den Fisch. 

Ein Film informiert über den Fang des Skrei zwischen Januar und April. Die meisten der Fische landen zum Trocknen auf den Gestellen - und danach zum Großteil in Italien...

Die Leber der Fische wird zu Tran verarbeitet - den kennen wir noch aus Kindertagen... brrrr, da schüttelt´s mich jetzt noch, aber die Norweger schwören wegen der vielen Vitamine und ungesättigten Fettsäuren darauf.

Der Ort quillt über von Touristen. Mit Mühe ergattern wir einen Parkplatz am Ende des Dorfes. 

Von hier aus geht es nicht mehr weiter. 

Morgen fahren wir zurück nach Moskenes und setzen mit der Fähre über nach Bodø.


AKTUELLES UPDATE

06. - 20. August

Naturphänomene und leckere Fische...

Von Bodø zu den Saltstraumen sind es noch 30km. In der 150m breiten Meerenge verwandelt der stärkste Gezeitenstrom der Welt das Wasser 4 x täglich in ein brodelndes Chaos - ein ideales Terrain für Angler. Von der Saltstraumenbrua soll das Spektakel besonders gut zu sehen sein, aber wir haben ja die Drohne, und die fliegt sogar unter der Brücke durch ;-)

Ein beeindruckendes Drohnen-Video von diesem gewaltigen Strom könnt ihr HIER sehen. 

Am nächsten Tag ist Angeln angesagt... und da der ganze Tag dafür veranschlagt wird, lasse ich mich von Franjo in die Geheimnisse der Petri-Jünger einweihen, bekomme eine eigene Angel und versuche, meinen Beitrag zu unserem proteinreichen Speiseplan zu leisten. Leider sind meine 3 Fische alle zu klein und werden wieder in die Freiheit entlassen, dafür fängt Franjo einen kapitalen Dorsch, der für 3 Mahlzeiten ausreicht. 

Jetzt habe ich Lunte gerochen - und morgen hoffe ich auf eine zweite Chance.

Die nächste Ausbeute besteht aus 5 Köhlern, gerade in der richtigen Pfannengröße. 

Das Eisfach ist wieder gefüllt und wir können weiterfahren zur Insel Sandhornøya, zu einer kleinen Parkbucht am Ende der Brücke mit Blick auf den Fjord und das Slettfjellet. 

Ein begeistertes italienisches Ehepaar hat hier schon ordentlich „abgeschöpft“. 

In der Hoffnung, dass sie uns noch etwas übrig gelassen haben, versuchen wir uns erstmals im Angeln von der Brücke.

Der große Köhler, der unserem Köder nicht widerstehen kann, ist zu schwer, um ihn auf die Brücke hochzuziehen. Ich renne mit dem Kescher hinunter ans Ufer, während Franjo ihn aus dem Wasser auf die Steine zieht. 

Die Italiener hatten mehr Glück und, wie sie meinen, auch die richtigen Köderfarben. Wir müssen unser Equipment wohl noch ein bisschen aufstocken...

 

Natur pur...

Entlang des Holmsundfjorden fahren wir nachmittags weiter nach Süden, umrunden die östliche Spitze des Glomfjorden und unterqueren den Svartisen-Gletscher in einem 8km langen Tunnel. 

Am Holandsfjorden gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus man den Gletscher in seiner ganzen Pracht sehen kann. Bis vor einigen Jahren hat sein Ausläufer sogar noch den Fjord erreicht. 

Die nächste Fähre geht von Furøy über den Arhaugfjorden nach Ågskardet. Vor unserem nächsten Besuch in Norwegen werden wir im Internet die „Fähr-Karte“ bestellen (leider nicht vor Ort zu kaufen). Mit ihr spart man bei den meisten Verbindungen bis zu 50%.

Die Fähre von Jektvik bis Kilboghavn ist eine Stunde unterwegs. Wir folgen noch eine Weile der Küstenstraße und biegen dann ab Richtung Mo i Rana. 

Die E6 nach Trondheim ist jetzt bekanntes Terrain, aber so viele Möglichkeiten gibt es in Norwegen auch nicht, um von Nord nach Süd zu kommen. 

Hinter Trondheim verlassen wir die bekannte Route und folgen der E6 weiter Richtung Süden. 

Wir sind jetzt schon gespannt auf die Rechnung mit den Mautgebühren, die uns demnächst ins Haus flattert...

Schlechtes Wetter ??? Selten...

„Ein Tief über Skandinavien beschert Deutschland schlechtes Wetter...“ sagte der Wetterfrosch gestern Abend... Und wir?? Sitzen mittendrin - aber prozentual gesehen sind 2 Regentage in 7 Wochen doch verschwindend gering... und beim Autofahren ist es ohnehin egal. 

In Lillehammer sind wir, bei der sagenhaften Aussicht auf die Stadt vom Sprungschanzen-Parkplatz aus, gerne bereit 100 NOK Gebühr zu zahlen. 

Am nächsten Tag scheint die Sonne wieder - wir wechseln zum Parkplatz an den Eishockeystadien „Kristins Hall“ und „Håkons Hall“ und schlendern noch gemütlich durch die Fußgängerzone, bevor wir uns wieder auf die Socken machen. 

Ein schöner Tag in Oslo

In Oslo wird wieder der bekannte Platz am Winterpark, oberhalb des Holmenkollens angesteuert. Von hier fährt die „Holmenkollbanen“ in die Stadt, deren Linie 1 uns direkt zum Frognerpark bringt, dem meist besuchten Park Norwegens. 

Hier findet man die Vigeland-Skulpturen - insgesamt 212 Naturstein- und Bronzeskulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland, die überwiegend den Kreislauf des menschlichen Lebens symbolisieren. 

Über dem Königlichen Schloss zu Oslo weht die Flagge - Ihre Majestäten Harald und Sonja sind also anwesend, aber das Wetter ist so herrlich, da trinken wir unseren Kaffee lieber vor einem Café in der Karl-Johans-Gate, der Prachtstraße von Oslo, bevor das monumentale Rathaus besichtigt wird - repräsentatives Wahrzeichen norwegischer Unabhängigkeit und weltbekannt durch die dort jährlich stattfindende Verleihung des Friedens-Nobelpreises. 

 

Die im 13. Jhdt. erbaute Festung Akershus, am Ufer des Oslofjords gelegen, wurde zeitweise als Landesgefängnis gefürchtet während das äußere Festungsgelände, „Hovedtangen“, nach wie vor vom norwegischen Militär genutzt, aber ebenso von der Bevölkerung als Freizeit- und Erholungsgelände angenommen wird. 

Hier kann man der Oper auf´s Dach steigen...

„Den Norske Opera & Ballett“, das 2008 eröffnete, prachtvolle Opernhaus, ist einem Gletscher nachempfunden, der auf dem Wasser des Oslofjords treibt. 500 Mio. Euro betrugen die Kosten für eine der wichtigsten Ikonen moderner skandinavischer Architektur, entworfen von dem Osloer Büro Snøhetta.

Wir steigen der Ikone auf´s Dach und werden mit einem spektakulären Blick auf Stadt und Hafen belohnt. 

 

 

Über Schweden und Dänemark nach Hause

Bevor wir in Malmö über die Øresundbrücke nach Kopenhagen fahren, betrachten wir von einem Aussichtsparkplatz an der Küste dieses gigantische Bauwerk erst einmal von unten. 

In Kombination mit dem Drogdentunnel und der künstlichen Insel Peberholm bildet diese 7845m lange Brücke die Øresundverbindung zwischen Schweden und Dänemark.

Nach einer Bauzeit von 40 Monaten und Kosten von

1 Mrd. € wurde sie als längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr am 1. Juli 2000 eingeweiht. 

Von hier aus geht es jetzt an der Westküste Dänemarks entlang nach Glückstadt an der Elbe, wo wir mit der Fähre übersetzen und in den nächsten Tagen gemütlich Richtung Heimat tuckern...

 

Bis zum nächsten Mal - wir freuen uns schon auf Euch ;-)